Nach Pleite

Müller-Brot: Anklage gegen Skandal-Bosse

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Knapp zwei Jahre nach der Pleite der Großbäckerei Müller-Brot hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen ehemalige verantwortliche Mitarbeiter erhoben.

Neufahrn - Knapp zwei Jahre nach der Pleite der Großbäckerei Müller-Brot hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen ehemalige verantwortliche Mitarbeiter erhoben.

Schaben und Mäusekot in der Backstube, Schädlinge im Mehl, dreckige Maschinen – vor zwei Jahren wurde der Hygiene-Skandal bei Müller-Brot in Neufahrn aufgedeckt. Jetzt erhebt die Staatsanwaltschaft Landshut Anklage gegen den damaligen Boss Klaus Ostendorf und fünf Spitzenmitarbeiter!

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Beschuldigt werden zwei weitere, damalige Geschäftsführer, der Betriebsleiter, der Produktionsleiter und die Chefin des Qualitätsmanagements: Ihnen wirft die Staatsanwaltschaft vor, in sechs Fällen Lebensmittel angeboten zu haben, die nicht zum Verzehr geeignet gewesen seien!

Über diese sechs Kontrollen hatten vor zwei Jahren das Landratsamt Freising und die Behörden im Gesundheitsausschuss im Landtag informiert: Die Kontrolleure waren jeweils im Oktober und Dezember 2010 und 2011 sowie zweimal im Januar 2012 angerückt – hinterher habe Müller-Brot Lebensmittel vernichten müssen – gegangen sei es etwa um sechs 400-Kilo-Behälter Teig für Brot und Brezn, Lebkuchen und tiefgekühlte Teiglinge für 18 000 Ciabatta-Semmeln. Insgesamt habe es 22 Kontrollen gegeben und es seien 69 000Euro Bußgeld verhängt worden. Die Staatsanwaltschaft betont, dass keine Gesundheitsgefahr bestanden habe.

Die Vorwürfe gehen weiter als bislang bekannt: Die Ankläger legen den drei Geschäftsführern nicht nur Insolvenzverschleppung zur Last, sondern auch Bankrott, weil 2010 die Bilanz verspätet erstellt worden sei. Außerdem werden die Chefs wegen Betrugs angeklagt. Sie sollen auch nach der Zahlungsunfähigkeit noch Waren und Leistungen für 1,7 Millionen Euro beauftragt haben, ohne dass die Gläubiger Geld gesehen hätten.

Eingestellt wurde das Verfahren wegen der Kaution der Filialpächter. Solche Zahlungen müssen laut Staatsanwaltschaft nicht auf gesonderten Konten verwahrt werden.

Nach der Pleite übernahmen im April 2012 wieder die Müller-Tochter Evi und Franz Höflinger den Betrieb.

DAC

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