Lebenslänglich wegen Polizistenmords für Reichsbürger

Lebenslänglich wegen Polizistenmords für Reichsbürger

Das Drama der Mesner-Buben

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In der Küche dieses Hauses in Neubiberg tötete der Mesner seine Ehefrau.

Neubiberg - Neue Details zum Ehedrama: Der Mesner der katholischen Pfarrei hat gestanden, seine Frau erstochen zu haben. Danach holte der Pfarrer die zwei kleinen Buben aus dem Haus. Auch das Motiv für die Bluttat ist mittlerweile klar.

Das weißrote Polizei­band flattert noch am Baum. Jemand hat Kerzen auf Mauer und Fensterbank gestellt. Scheu und traurig eilen Passanten am Mesnerhäuschen in der Kaiserstraße vorbei. An jenem Häuschen, in dem am Montag Simone R. (35) starb – erstochen vom eigenen Mann.

Eine Passantin kämpft mit den Tränen: „Ich bete für die Kinder.“ Für die zwei Buben, deren Leben zum Albtraum geworden ist. Was sich hier im Herzen der Neubiberger Pfarrgemeinde Rosenkranzkönigin ereignet hat: ein einziger Schrecken.

In der Küche hat Mesner Christian R. (36) seine Frau Simone erstochen. Heimtückisch von hinten, mit einem 20 Zentimeter langen Küchenmesser. Das ist Mord – wenn auch begangen im Zustand tiefster Verzweiflung.

Was er sich und seiner Familie angetan hat, wird ihm langsam bewusst. Die Frau tot, die Söhnchen Pascal (3) und Niclas (6) verwaist. Sie müssen nun ohne Mama und Papa, ohne ihr gewohntes Zuhause, ohne die selbstverständliche Geborgenheit ihrer Familie aufwachsen.

Mord in Neubiberg

Ehedrama: Mesner (36) tötet seine Frau (35)

Ernste Gesichter am Dienstag bei der Pressekonferenz mit Staatsanwältin Nicole Selzam und Mordkommissionsleiter Markus Kraus, die erste Ermittlungsergebnisse bekannt gaben.

Als Motiv gilt die Trennung des Mesner-Ehepaares, die zumindest aus Simone R.’s Sicht beschlossene Sache war. Ihr Mann wollte das nicht akzeptieren, befand sich deshalb seit Anfang des Jahres in psychiatrischer Behandlung. Bereits am Vormittag hatte sich das Ehepaar gezofft, nachmittags eskalierte die Situation. Weder der Psychiater noch der Gemeindepfarrer, der auch von der Ehekrise wusste, hatten sich solch ein Drama vorstellen könnnen.

Beide rief Christian R. direkt nach der Mordtat an. Der Pfarrer war um 15.30 Uhr zuerst am Tatort. Kraus: „Er fand die Kinder im Hausflur vor und führte sie nach draußen.“ Was sie von dem Drama in der Küche mitbekamen, müssen Psychologen ergründen.

Kurz darauf traf der Notarzt ein. Christian R. saß in der Küche, hatte das Messer noch in der Hand: „Legen Sie das weg“, befahl der Notarzt. Christian R. gehorchte. Er gestand alles. Am Dienstag erging Haftbefehl wegen Mordes. Das Schicksal der Kinder obliegt dem Jugendamt, das prüfen wird, ob Verwandte oder Pflegeeltern den Brüdern ein liebevolles Zuhause geben können.

D. Plange, J. Mell 

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