"Solche Taten können nicht verhindert werden"

Dachau - Drei Tage nach der Bluttat am Dachauer Amtsgericht laufen die Ermittlungen auf Hochtouren. In einem Interview hat sich nun der Präsident des Amtsgerichts Dachau zur Sicherheit in den Verhandlungssälen geäußert.

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Der Todesschütze von Dachau wollte neben dem Staatsanwalt auch den Richter töten. Das habe die kriminaltechnische Untersuchung ergeben, sagte Kriminaloberrat Manfred Frei der “Süddeutschen Zeitung“ (Samstag). Der 54-jährige Transportunternehmer hatte am Mittwoch während einer Urteilsbegründung gegen ihn vor dem Dachauer Amtsgericht eine Pistole gezogen, erst auf den Richter gezielt und dann den 31 Jahre alten Staatsanwalt erschossen. Nach Angaben Freis ermitteln die Beamten jetzt auch, ob der Mann außerdem die beiden Zollbeamten töten wollte, die in dem Prozess gegen ihn aussagten und ihn nach den Schüssen überwältigten.

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Der Präsident des Amtsgerichts Dachau, Klaus-Jürgen Sonnabend, sagte der Zeitung, er sehe keine Möglichkeit, wie Taten wie der Mord an dem Staatsanwalt verhindert werden könnten. Sicherheitskontrollen, die eine solche Gewalttat komplett ausschlössen oder Waffen im Gerichtssaal verhinderten, seien an einem kleinen Amtsgericht wie Dachau nicht möglich. “Wir haben Detektoren-Kellen, mit denen Durchsuchungen gemacht werden können. Solche Durchsuchungen hat es sporadisch gegeben. Aber in der Regel kommt denen nur ein Abschreckungseffekt zu gegenüber Leuten, die häufiger präsent sind. Der konkrete Fall war da völlig atypisch“, sagte Sonnabend. Zudem fehle es der Justiz an Personal: “Eine strikte Kontrolle - wie am Flughafen - würde erfordern, dass wir drei Frauen und sechs Männer bräuchten, um das Ganze bestreiten zu können. Das ist nicht drin.“

Der 54-Jährige sei zwar vor der Tat laut und auffällig gewesen. “Diese Aggressivität hat sich aber im rein verbal-sachlichen Bereich bewegt, also nicht gegen Personen gerichtet war, in dem Sinne: Was macht ihr mit mir?“, sagte Sonnabend.

dpa

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