45.000 Haushalte von Blackout betroffen

Darum fiel in der Region FFB der Strom aus

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Auch in Supermärkten ging wegen des Stromausfalls gar nichts mehr.

Fürstenfeldbruck - Tausende Haushalte in der Region Fürstenfeldbruck/Starnberg hatten am Donnerstag stundenlang keinen Strom. Auf der A 96 herrschte Chaos, weil die Tunnel nicht mehr passierbar waren.

Kassen und Ampeln streikten, Schließanlagen von Ladentüren versagten ihren Dienst und auf den Straßen standen überall Menschen mit ihren Handys. In den Geschäften war es dunkel. Nichts ging mehr am Donnerstagmittag in den Landkreisen Fürstenfeldbruck und Starnberg – der Strom war weg. Teresa Zalunardo, Inhaberin der Eisdiele „Al Ponte“, sorgte sich um ihre Ware. „Nach einer Dreiviertelstunde beginnt das Eis zu schmelzen und ich kann alles wegschmeißen. Dabei habe ich gerade 210 Liter Eis in der Kühlung.“

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Betroffen waren Grafrath und Schöngeising in Fürstenfeldbrucks Westen. Außerdem etliche Orte im Kreis Starnberg. So zum Beispiel Wörthsee, Walchstadt, Etterschlag und Teile Innings. Insgesamt traf der Blackout rund 45 000 Haushalte. Nach ersten Informationen schien ein brennendes Trafohäuschen in der Buchenau die Ursache für den Ausfall gewesen zu sein. Dies stellte sich allerdings als Fehlalarm heraus. Laut Peter Wendler von Eon Bayern lag der Defekt im Leitungsnetz der Fürstenfeldbrucker Stadtwerken. Durch einen Fehler hatte sich der Leistungsschalter im Werk Puch abgestellt, berichtet Franz Hochstatter von den Stadtwerken.

Chaos nach Stromausfall im Landkreis

Chaos nach Stromausfall im Landkreis

Durch den großflächigen Stromausfall fielen auch die Ampelanlagen auf der Lindauer Autobahn A 96 aus. Zahlreiche Autofahrer standen plötzlich vor den Einfahrten zum Etterschlager und zum Echinger Tunnel vor gelb-blinkenden oder gar roten Ampeln und wunderten sich. Lange Rückstaus waren die Folge. Laut Josef Seebacher, Pressesprecher der Autobahndirektion Südbayern, war dies eine reine Sicherheitsmaßnahme und keineswegs ungewöhnlich. Die Ampeln würden automatisch auf „gelb-blinkend“ schalten, sobald ein Stromausfall auftritt. „Dann können sie noch eine gewisse Zeit mit Batterien gespeist werden. Werden die zu schwach, schalten die Ampeln auf rot“, erklärt Seebacher.

So geschehen im Echinger Tunnel. Die Kapazität der Batterien war nach einiger Zeit erschöpft – die Ampeln sprangen auf rot. Schnell bildeten sich Staus und die Polizei musste den Verkehr regeln. „Zusammen mit der Autobahnmeisterei und einer Streife aus Dießen haben wir die Autos durchgewunken“, informiert Roland Streit von der Fürstenfeldbrucker Polizei. Mit fünf Kilometern Länge sei der Stau allerdings überschaubar gewesen. Selbst bei kleinen Unfällen, so Streit, sind längere Rückstauungen keine Seltenheit. Zwischen 13 Uhr und 13.30 schließlich gingen die Umspannwerke wieder ans Netz. Die letzten Haushalte hatten erst gegen 15.50 Uhr wieder Strom.

Von Andreas Huber, Ingrid Müller und Fabian Dilger

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