Halterin im Urlaub: Katze erstickt qualvoll

Vater und Sohn überlebten das Drama. Sie erholen sich in der Auffangstation.

Germering - Eine Tierhalterin hat während ihres Urlaubs drei Katzen alleine gelassen. Das Ergebnis ist schockierend: Eines der Tiere starb qualvoll, die anderen waren halb verdurstet.

Bei dem Versuch, durch den Spalt einer gekippten Balkontür zu schlüpfen, erstickte eine Katze. Ganz offenbar hatten die Tiere in der Wohnung keine oder nicht genügend Nahrung und versuchten, sich so retten.

Eine 60-jährige Tierfreundin aus dem Wohnblock gegenüber wollte noch zur Hilfe eilen, nachdem eine andere Nachbarin sie informiert hatte. Doch es war zu spät.

„Ich wusste, dass es in dieser Wohnung noch eine weitere Katze geben musste“, berichtet die 60-Jährige. Deshalb rief sie die Polizei. „Die Beamten schauten durch die Fenster, sahen eine Katze, die aber nicht verhungert aussah, sagten, dass sie nichts tun können, und fuhren wieder.“

Wenig später hörten die beiden Frauen das Tier in der Wohnung kläglich schreien. Im Garten tummelte sich eine weitere Katze, die offensichtlich auch hier zu Hause war.

Jetzt wandte sich die 60-Jährige an die Tierfreunde Brucker Land. Einem Rettungstrupp gelang es, die Katze im Garten einzufangen und die andere aus der Wohnung zu locken. Beide Miezen, höchstwahrscheinlich Vater und Sohn, wurden in die Auffangstation der Tierfreunde in Überacker gebracht. Dort stürzten sie sich zunächst auf die Wassernäpfe: Ihr Durst war noch größer als ihr Hunger. Jetzt erholt sich der rund zwei Jahre alte Kater zusammen mit seinem etwa sechs bis sieben Monate alten Sprössling von der Durststrecke.

Wie lange die Tiere allein waren, ist unklar. Die Besitzerin wurde zwar inzwischen telefonisch über das Drama informiert, hat sich bei den Tierfreunden aber noch nicht gemeldet. Die haben gegen sie bei der Polizei Anzeige erstattet, die Beamten haben die Ermittlungen wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz aufgenommen.

Die 60-jährige Anwohnerin ist froh, dass sie wenigstens zwei der Katzen retten konnte: „Das sind reine Wohnungskatzen, die vermutlich auf der Suche nach Wasser und Futter durch die gekippte Tür gesprungen sind. Da wäre es nur eine Frage der Zeit gewesen, bis auch die anderen sich erhängen.“

Heidi Minderlein, Vorsitzende der Tierfreunde, hat schon viele Tierdramen erlebt und ist immer wieder erschüttert: „Wie kann man so herzlos sein und Tiere sich selbst überlassen, ohne ausreichend Futter und Wasser? Jeder Tierbesitzer muss seine Verantwortung wahrnehmen und sich darum kümmern, dass sein Haustier auch im Urlaub versorgt wird, wenn er es nicht mitnehmen kann.“

Oft helfen sich Tierhalter gegenseitig. Professionelle Helfer, die sich zum Beispiel um Katzen in ihrer gewohnten Umgebung kümmern, inserieren in den Zeitungen. Außerdem gibt es Tierpensionen. „Wer Rat braucht, kann sich auch an die Tierschutzvereine wenden“, erklärt Minderlein. „In Zusammenarbeit mit den Tierschützern kann sicher immer eine Lösung gefunden werden.“

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