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Vincent sucht seinen Lebensretter

Auf Hilfe hofft Vincent Kammerloher aus Thonhausen. Das Bild zeigt ihn während eines Aufenthalts am Chiemsee. Foto: Privat

Wolfersdorf - Vincent Kammerloher (22) ist an einer seltenen Form von Leukämie erkrankt. Er braucht dringend eine Knochenmarkspende. Die Familie hat sich zu einer groß angelegten Typisierungsaktion entschlossen.

Je mehr Leute sich an der Typisierungsaktion „Helfen sie Vincent“ beteiligen, desto besser. Sie findet am Samstag, 27. Juli, von 10 bis 16 Uhr in der Stockschützenhalle in Wolfersdorf statt. Die Schirmherrschaft hat Bürgermeister Sebastian Mair übernommen. Vater Jakob Kammerloher stellt klar: Je größer der Pool an Leuten ist, die sich registrieren lassen, desto größer ist die Chance, dass sein Sohn wieder gesund werden kann. Bis jetzt hatte die Suche noch keinen Erfolg gebracht. Und das, obwohl es in Deutschland mehr als 30 Organisationen gibt, die sich um entsprechende Daten bemühen. Die laufen in einem zentralen Knochenmarkspenderegister zusammen.

„Das Wichtigste ist, dass wir einen Spender finden“, sagt Jakob Kammerloher und fügt an, dass man jetzt möglichst viele Leute erreichen und dazu bewegen müsse, sich typisieren zu lassen. Deshalb hat die Familie beschlossen, an die Öffentlichkeit zu gehen. Am Dienstag findet hierzu eine Informationsveranstaltung im Sportheim des SV Oberhaindlfing/Abens statt. Sie beginnt um 20 Uhr und ist ausschließlich für Vereinsvorstände gedacht.

Vater und Sohn sind aktive Mitglieder der Fußballabteilung. Jakob Kammerloher ist seit Jahren Jugendleiter beim SV Oberhaindlfing. Sein Sohn spielte bis vor kurzem noch in der 1. Mannschaft. Mittlerweile haben ihm das die Ärzte allerdings untersagt. Außerdem ist Vincent Kammerloher als Trainer tätig. Im Jugendbreich. Es besteht eine Kooperation mit dem TSV Au.

Vier Wochen Zeit

Aufgrund ihrer Vereinstätigkeit wissen die beiden, dass in Vereinen großes Potenzial besteht, dass man, wenn die Vereinsführung mitzieht, viele Leute erreichen und damit auf Unterstützung hoffen kann. Man rechnet heute mit 60 Vereinsvertretern. Vielleicht wird es noch weitere Info-Abende geben. Die Familie Kammerloher arbeitet mit der Stiftung „Aktion Knochenmarkspende Bayern“, zusammen, lässt sich eingehend beraten.

Bis zur Typisierungsaktion bleiben etwa noch vier Wochen Zeit. Zeit, die man nutzen will, die Öffentlichkeit zu informieren, zu mobilisieren, um einen Spender zu finden. Für Vincent Kammerloher ist das lebenswichtig. Angst vor der Typisierung und davor zu haben, womöglich als Spender in Betracht zu kommen, muss freilich niemand. Für die Typisierung selbst ist nichts weiter nötig, als eine Blutabnahme. Dabei werden nur wenige Milliliter Blut benötigt.

Wenn sich ein Spender findet:

Im Falle dass sich ein Spender findet, reicht es in 80 Prozent der Fälle aus, sich in einer Klinik Stammzellen aus dem Blut auswaschen zu lassen. Nur in ganz seltenen Fällen ist es nötig, aus dem Beckenkamm Knochenmark zu entnehmen. „Es besteht kein Risiko, nicht mehr als bei einer normalen Narkose“, versichert Jakob Kammerloher.

Der Begriff „Knochenmarkspende“ ist im Zusammenhang mit der Typisierung irreführend. Die Fachleute sprechen deshalb auch von „Blutstammzellenspende“.

Wichtig für alle Teilnehmer an der Typisierung ist laut Kammerloher, dass sie ihre Versichertenkarte mitbringen. Für die Typisierung fallen 40 Euro Laborkosten an. „Unser Gesundheitssystem bietet dafür keine Finanzierung und somit ist man letztlich auf Spendengelder angewiesen“, sagt Kammerloher. Will heißen: Wer spenden will, kann spenden.

Weitere Infos

Der SV Oberhaindlfing-Abens hat auf seiner Internetseite (www.svoa.de) ausführliche Informationen zur Typisierungsaktion bereitgestellt.

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