Zug überfüllt

Pendler müssen aussteigen

Dorfen - Volle Pendlerzüge sind nichts Ungewöhnliches. Am Donnerstagmorgen war ein Zug völlig überfüllt – Fahrgäste wurden zum Aussteigen aufgefordert.

Gerade zwischen sechs und acht Uhr morgens nehmen viele Pendler die Züge Richtung München. Die berufsbedingt auf die Bahn Angewiesenen beklagen seit langem, dass die Südostbayernbahn hier einen zusätzlichen Zug einsetzen müsste. Die Bahn-Verantwortlichen ihrerseits verweisen auf Fahrgastzählungen, die einen zusätzlichen Zug nicht notwendig machten.

Gestern morgen haben die Bahn-Verantwortlichen sicher nicht gezählt – da genügte zumindest beim Zug, der um 7.11 Uhr von Dorfen aus fährt, der Blick auf die überfüllten Waggons. In Markt Schwaben wurden die Pendler, die nur bis München-Ost fahren, vom Zugpersonal per Lautsprecher-Durchsage aufgefordert, auszusteigen und mit der S-Bahn weiterzufahren. Als Grund wurde eine Überfüllung des Zuges genannt. Laut Augenzeugen kam es unter den Pendlern zu schallendem Gelächter – aber auch zu Unmutsäußerungen.

Als Ursache der Überfüllung wird auch die von der Südostbayernbahn im Frühsommer bei etlichen Zügen vorgenommene Reduzierung des Waggonangebotes gesehen. Die Bahn begründete die Zugkürzungen schon im Juni mit den Ergebnissen von Fahrgastzählungen. In einigen Extrembeispielen wären 1100 Sitzplätze bereitgestellt gewesen, aber nur 650 Fahrgäste gezählt worden. Die Südostbayernbahn kalkuliere mit etwa 20 Prozent mehr Sitzplätzen, als die Auslastung der Züge betrage, wurde im Juni diesen Jahres massive Kritik der Pendler zurückgewiesen.

Gerade aber was die Fahrgastzählungen betrifft, zweifeln Pendler an der Zuverlässigkeit der Zahlen. Wenn überhaupt, wurden Zählungen an Sonn- und Feiertagen durchgeführt, nicht aber an Werktagen, berichten Bahnreisende immer wieder.

Den Vorfall heute hat Matthias Krause, bei der Südostbayernbahn zuständig für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, bestätigt und bedauert. Der Südostbayernbahn sei „vollkommen bewusst, dass ab Markt Schwaben zu wenig Kapazität“ zur Verfügung stehe. Ein Testversuch mit acht Wagen habe bereits stattgefunden. „Spätestens ab Fahrplanwechsel, frühestens ab kommenden Montag“, würde mit sieben Doppelstock- und einem einstöckigen Waggon gefahren.

Anton Renner

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