Übernahme-Poker: Jetzt macht Ostendorf wieder Druck

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„Kampfeslustig“: Klaus Ostendorf ist noch an Müller-Brot interessiert. Das Filialnetz gehört jetzt Evi Müller und Franz Höflinger, aber beim Verkauf der Fabrik kann Ostendorf dazwischenfunken.

München - Nach dem Verkauf von 148 Müller-Brot-Filialen an die Gründer-Tochter Evi Müller und den Münchner Bäcker Franz Höflinger geht es jetzt in Sachen Backfabrik ans Eingemachte!

Das Duo will auch das Gelände in Neufahrn kaufen - nur hat da Vorbesitzer Klaus Ostendorf noch die Hand drauf. Ihm gehören die wichtigste Backmaschine und die EDV-Anlage. 2010 hat Ostendorf die 15 Millionen teure Backlinie 25 im Rahmen eines „Sale-Lease-Back“ an sein Unternehmen Backwelt verkauft, weil es einen Liquiditätsengpass bei Müller-Brot gab, erklärt Ostendorf-Sprecher Thomas Wiede. Seitdem verpachtet die Backwelt die Backstraße an Müller-Brot für rund 250 000 Euro pro Jahr. Doch ist die Linie 25 entscheidend dafür, ob Müller und Höflinger auch die Produktionsstätte kaufen. „Es ist Aufgabe des Insolvenzverwalters Hubert Ampferl, die Eigentumsverhältnisse zu klären“, sagt Franz Höflinger.

Evi MÜller.

Keine leichte Aufgabe, denn zweimal ist Ostendorf mit seinen Kaufangeboten gescheitert. „Er scheint sehr enttäuscht und kampfeslustig zu sein“, sagt Ampferl. Von Ostendorf war amDienstag zu hören, dass er noch interessiert sei. Grund hierfür ist wohl, dass Ostendorf sieben Millionen Euro an die Commerzbank zahlen muss, wenn er nicht zum Zug kommt, weil er in dieser Höhe bürgt. Zudem kann die Bank den Verkauf des Geländes verhindern, da sie wegen eines Kredit von 25 Millionen Euro die Grundpfandrechte besitzt. Sie stünde viel besser da, wenn der Kredit mit Ostendorf einfach umgeschuldet wird, als wenn der tatsächlich Wert der Backfabrik berechnet würde. Denn der liegt nach tz-Informationen inklusive Maschinen und Gebäuden bei 7,5 Millionen Euro.

Die meisten Pächter dagegen sind glücklich über den Verkauf an Müller und Höflinger. „Ich bin erleichtert“, sagt Alfons Wimmer (50), Pächter der Filiale am Viktualienmarkt. Sein Kollege André Weber von der Theatinerstraße ist „gottfroh, Müller und Höflinger sind für uns die beste Wahl“. Andere Pächter sind zögerlicher: Oliver Deringer stört sich daran, dass er eine Bankbürgschaft bringen soll: „Ich habe 15 000 Euro Kaution an Ostendorf verloren.“

Susanne Sasse

 

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