Filmreife Verhaftung auf frischer Tat

Im Urlaub: Handy meldet Einbrecher - Polizei schnappt zu

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Mit der hochmodernen Alarmanlage, die auf sie wartete, hatten die Einbrecher nicht gerechnet - die Polizei erwischte die Ganoven bei ihrem Raubzug in einem Ort im Landkreis Starnberg auf frischer Tat.

Germering – Die Einbrecher wussten, dass die Bewohner im Urlaub sind. Doch sie wussten nicht, dass eine spezielle Alarmanlage auf sie wartet. So konnte der Hausbesitzer Alarm schlagen, wenig später klickten die Handschellen.

Von Spanien aus hat ein 48-Jähriger die Polizei alarmiert – und damit eine filmreife Verhaftung auf frischer Tat ermöglicht.

Fast hätten sie es geschafft, ihm seinen Sommerurlaub gründlich zu versauen. Fast. Die Einbrecher, die vergangenen Samstag in die Villa eines 48-jährigen Managers einstiegen, waren routiniert und kein bisschen nervös. Profis aus Osteuropa, die das Anwesen im westlichen Landkreis Starnberg vorher sorgfältig ausgekundschaftet hatten. Schon am Nachmittag schlugen sie ein Fenster in der Villa ein und warteten in einiger Entfernung in Seelenruhe ab, ob die Alarmanlage für Nachbarn zu hören ist oder direkt die Polizei alarmiert. In den frühen Abendstunden stiegen sie schließlich in die Villa ein. Sie versuchten die Alarmanlage mit Hammer-Schlägen zu deaktiveren und durchsuchten Schränke und Schubladen im Haus nach Wertsachen.

Was sie allerdings nicht ahnten: Sie wurden dabei vom Hausbesitzer beobachtet. Der saß mehr als 2000 Kilometer entfernt auf einer spanischen Terrasse, als plötzlich sein Handy losging. Es war kein Anruf – es war ein Alarm. Der 48-Jährige hat viel Geld in eine hochtechnische Alarmanlage investiert. Er bekommt SMS und einen automatischen Anruf, sobald Türen oder Fenster seiner Villa aufgebrochen werden. Dann kann er die Infrarotkameras aktivieren, die ihm Videos aus dem Haus direkt aufs Handy schickt. Genau das hat er am Samstagabend getan – und musste dabei zusehen, wie sich die beiden Einbrecher durch sein Haus arbeiteten. „Ich wusste, dass ich jetzt schnell reagieren muss“, erzählt er.

Er rief bei der Polizei in Germering (Kreis Fürstenfeldbruck) an. Und konnte dank seiner Kameras mitverfolgen, wie binnen weniger Minuten Streifenwagen vor dem Haus parkten und die Polizisten die Villa umstellten. „Die ersten Beamten waren schon nach ewa drei Minuten vor Ort“, berichtet Andreas Ruch, der stellvertretende Leiter der Germeringer Inspektion. Als alle Ausgänge umstellt waren, forderten sie die Einbrecher auf, mit erhobenen Händen herauszukommen – darauf folgte eine filmreife Verhaftung. „Optimaler kann ein Polizeieinsatz nicht laufen“, sagt Ruch im Nachhinein – nicht ohne Stolz. „Der Einsatz war ein Riesen-Erfolg. Die beiden Männer waren absolute Profis. Sie waren völlig abgebrüht, haben sich in Seelenruhe durchs Haus bewegt.“ Schon am Sonntagmorgen wurden die beiden dem Haftrichter vorgeführt, sie sitzen in U-Haft.

Der Hausbesitzer konnte die Verhaftung im Urlaub live mitverfolgen. Die Laune hat ihm der Einbruch nicht verdorben. Eigentlich ganz im Gegenteil verrät er. Er ist gelassen aus Spanien zurückgekehrt – schließlich wusste er ja, dass die Tasche mit Schmuck und Bargeld, die die Täter bereits vollgestopft hatten, sichergestellt ist. Am Haus entstand ein Schaden von rund 5000 Euro. Doch auch das nimmt der 48-Jährige gelassen. Seit Samstagabend fühlt er sich sicherer als je zuvor, verrät er. „Ich bin beeindruckt, wie schnell die Polizei vor Ort war und wie gut meine Alarmanlage funktioniert.“ Es war der erste Einbruch bei ihm – und die Täter wurden geschnappt, noch bevor sie das Haus verließen. „Das ist doch wirklich eine hervorragende Quote.“

Katrin Woitsch

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