„Man müsste dich mit der Schaufel erschlagen“

Üble Beschimpfungen beim Gassigehen: Angeklagter reizt sogar den Richter

Beim Gassi-Gehen war eine Hundehalterin (66) so heftig mit ihrem Nachbarn aneinandergeraten, dass die zwei sich ein halbes Jahr später nun vor dem Amtsrichter wiedertrafen.

Bad Tölz-Wolfratshausen Der Mann (47) soll die Frau als unter anderem als „alte Schlampe“ beleidigt und ihr gedroht haben, sie mit der Schaufel zu erschlagen. So stand es in der Anklageschrift. Der Mann bestritt die Vorwürfe – trotzdem wurde er wegen Beleidigung und Bedrohung schuldig gesprochen und zu 5200 Euro Geldstrafe verurteilt.

Die Geschichte trug sich Ende November vorigen Jahres in einer Gemeinde im Isarwinkel zu. Über seinen Verteidiger ließ der Angeklagte erklären: „Der Vorfall hat sich so nicht ereignet.“ Zwar räumte der Mann ein, dass es einen Streit gegeben habe, weil die Frau „ihren Hund sein Geschäft auf dem Grundstück meines Mandanten verrichten lässt“. Allerdings könne er sich nicht entsinnen, mit der Schneeschaufel auf die Nachbarin losgegangen zu sein.

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Die Geschädigte erinnerte sich in ihrer Zeugenaussage exakter an die Ereignisse. Die Frau berichtete von „jahrelangen Problemen“ und gelegentlichen Konfrontationen. Am Tattag habe der Mann „in seinem Schuppen mit Werkzeug hantiert und mich beschimpft, ich solle abhauen“. Nachdem die angeklagten Beleidigungen gefallen seien, habe der Beschuldigte geäußert: „Man müsste dich mit der Schaufel erschlagen, dass du nicht mehr aufstehst.“ Daraufhin habe sie ihm ihren Entschluss mitgeteilt: „Sie sind zu weit gegangen. Ich gehe jetzt zur Polizei und zeige Sie an.“

Das Gericht ließ erkennen, dass es der Frau Glauben schenkte. Gegen den Mann war wegen des Vorfalls ein Strafbefehl mit einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je 65 Euro (gesamt 1950 Euro) erlassen worden. Dagegen hatte er Einspruch eingelegt. Richter Helmut Berger regte an, sich das noch einmal zu überlegen. „Das ist ein Sonderangebot.“

Der Angeklagte, der zwölf Vorstrafen in die Verhandlung mitbrachte, lehnte nach Rücksprache mit seinem Verteidiger ab, den Einspruch zurückzunehmen. Die Staatsanwältin beantragte daraufhin eine Geldstrafe in Höhe von insgesamt 7000 Euro (100 Tagessätze). Der Angeklagte tippte sich an die Stirn, als er das hörte.

Berger verurteilte den 47-Jährigen schließlich zu einer Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu je 65 Euro. „Ich nehme den Blödsinn nicht an, so ein Schwachsinn“, sagte der Verurteilte, bevor er den Gerichtssaal verließ. rst

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa / Bernd Weißbrod

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