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„Vielen Dank für die offenen Herzen“ - Familie kehrt in die Ukraine zurück

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Von: Doris Schmid

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Zurück in der Heimat: Angelina Murskyh mit ihrem Ehemann Sergey, Sohn Miroslav (10) und Tochter Emilia (2). Gemeinsam feierten sie das Erntedankfest.
Zurück in der Heimat: Angelina Murskyh mit ihrem Ehemann Sergey, Sohn Miroslav (10) und Tochter Emilia (2). Gemeinsam feierten sie das Erntedankfest. © privat

Am 24. Februar brach der Krieg in der Ukraine aus. Aus Angst um ihr Leben verließen Tausende Menschen ihr Heimatland. Zuflucht fanden sie auch im Landkreis. Unsere Zeitung bat vier Frauen, ihre Erlebnisse und Erfahrungen aufzuschreiben. Heute: Angelina Murskyh.

Wolfratshausen - Mein Name ist Angelina Murskyh und ich komme aus Dnipro, der viertgrößten Stadt der Ukraine. In der Nacht, als der Krieg ausbrach, wurde unsere Tochter, damals 1,5 Jahre alt, sehr krank. Ich begleitete sie ins Krankenhaus.

Vor Krieg geflohen: Familie aus Geretsried nimmt Ukrainer auf

Das russische Militär rückte in unsere Gegend vor und eroberte das Kernkraftwerk Saporischschja. Das war beängstigend. Am 8. März beschloss ich, das Land mit meiner Mutter und den zwei Kindern zu verlassen. Mein Ehemann blieb in der Ukraine. In Deutschland kamen wir in einem Hotel in Bad Tölz unter. Man versorgte uns kostenlos mit Essen. Die Leute brachten Babynahrung, Windeln und Kleidung. Weil wir nur wenige Dinge mitnehmen konnten, brauchten wir vieles.

Im April nahm uns eine nette Familie in Geretsried auf, wir wurden sehr herzlich empfangen. Die Leute halfen uns bei allen Fragen und Schwierigkeiten, die wir hatten. Dann begriffen wir, dass sich der Krieg hinzog und die Russen unsere Stadt nicht besetzen konnten.

Aber die Kinder vermissten ihren Vater und ihr Zuhause sehr. Außerdem konnten wir für uns keine eigene Wohnung finden. Deshalb entschieden wir uns im Juli, in die Ukraine zurückzukehren.

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Ukraine-Krieg: Kein Strom und keine Heizung

Weil der Beschuss aus den russischen Gebieten fortgesetzt wird, gibt es immer wieder neue Schäden an der Infrastruktur. Häufig haben wir keinen Strom und keine Heizung. Oft sitzen wir im Keller. Das ist unheimlich. Aber uns ist es wichtig, unseren Verwandten und Freunden nahe zu sein, uns gegenseitig zu unterstützen und auf Gott zu hoffen.

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Vielen Dank an Deutschland, für die offenen Herzen und Häuser für uns Ukrainer in dieser schwierigsten Zeit in der Geschichte unseres Landes. Vielen Dank an all die netten und sympathischen Menschen, denen wir nicht gleichgültig waren.

Und vielen Dank an Anna Dörfler, die alles dafür getan hat, uns ein wenig von all den Nachrichten und Sorgen rund um diesen Krieg abzulenken. nej

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