Im Umland wird Streusalz knapp

Türkenfeld - Schon bald könnten Dutzende Streufahrzeuge im Münchner Umland in ihren Garagen stehen bleiben. Nicht etwa, weil kein Schnee mehr liegt. Sondern weil demnächst kein Salz mehr zum Streuen da ist.

In einigen Kommunen wird es knapp! Dabei ist es noch nicht mal Weihnachten…

„Unser Salz geht langsam zur Neige. Darum streuen wir jetzt nur noch die Hauptverkehrswege“, sagt Günter Hohenleitner, Geschäftsleiter der Gemeinde Türkenfeld (Kreis Fürstenfeldbruck). So kommt die Kommune noch einige Wochen über die Runden, Nachschub ist bestellt. Für den Ernstfall hat Hohenleitner schon bei Nachbargemeinden angefragt – sie würden mit Streusalz aushelfen. „Vorausgesetzt, sie haben selbst noch welches.“

Diesen Plan verfolgt auch die Gemeinde Gilching (Kreis Starnberg). Ihr Salzspeicher ist zwar noch zu zwei Dritteln gefüllt (200 Tonnen), reicht so aber nur noch für zehn Einsätze. Die 140 zusätzlichen Tonnen, die Bauamtsleiter Max Huber geordert hat, werden erst in acht Wochen geliefert. Huber: „Wir haben die Notbremse gezogen und streuen auf Nebenstraßen nur noch reduziert.“ Sollte das Salz doch ausgehen, will auch er Nachbarkommunen um Hilfe bitten. Viele Kommunen haben nur begrenzte Lagerkapazitäten und können deswegen nur eine bestimmte Menge Salz auf Vorrat kaufen. Der Rest wird nachbestellt, zum Beispiel bei den Wacker Chemie Werken. Im Salzbergwerk Stetten sind zu Beginn der Saison 200 000 Tonnen Streusalz im Lager gelandet, täglich werden bis zu 10 000 Tonnen nach Bayern und Baden-Württemberg verkauft. Doch nur Wacker-Vertragskunden bleiben von Lieferengpässen verschont. „Wer ohne Vertrag Salz bestellt, der muss schon mal mehrere Wochen warten“, sagt Sprecher Christof Bachmair.

Für München besteht kein Grund zur Salz-Sorge: Die Lager sind voll. Dabei werden an schneereichen Tagen wie am Montag schon mal 975 Tonnen verstreut. Bisher hat der Winterdienst übrigens fast sieben Millionen Euro verschlungen.

vam/mar.

Rubriklistenbild: © dpa

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