Vandale wütet in Taufkirchen

Unbekannter zerkratzt Autos - seit sechs Jahren!

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Tiefe Kratzer ziehen sich rund um den neuen BMW von Ali Mahde.

Taufkirchen - Es klingt unglaublich. Seit sechs Jahren treibt in Taufkirchen ein Auto-Vandale sein Unwesen. Die Anwohner sind empört.

Die tiefen Kratzer ziehen sich von der linken Autoseite über die Kühlerhaube rundherum – nach rechts bis über den Kofferraum. Vor einer Woche hat sich Ali Mahde (45) den BMW X5 gekauft, da sah der Wagen aus wie neu. Drei Tage später war das Auto von tiefen Kratzern überzogen. „Das ist doch krank“, sagt Ali Mahde.

Sonntagabend hatte er in der Tiefgarage geparkt. Am Montag hatte der Logistiker Urlaub und wollte spazierenfahren. Stattdessen fuhr er zur Polizei. Die schätzt den Schaden auf 4000 Euro. „Wenn ich das lackieren lasse, wird es kurze Zeit später wieder verkratzt sein“, sagt Mahde.

Es ist nicht das erste Auto, bei dem ein Unbekannter am Werk war. „Vor drei Jahren habe ich mir eine neue C-Klasse gekauft, die war nach wenigen Tagen genauso schlimm zerkratzt“, sagt Mahde. Ob er Feinde hat, die ihm Böses wollen, hat sich Ali Mahde nie gefragt. Denn er ist nur der jüngste Fall in einer Reihe von zerkratzen Autos in der Ulmenstraße in Taufkirchen!

„Heuer ist es besonders schlimm, da waren es mindestens zehn beschädigte Autos“, sagt Karl Staffelmeier (69), der ebenfalls in der Ulmenstraße lebt. Zwei Ford Focus wurden ihm verkratzt. Gesamtschaden: 4800 Euro. „Seit sechs Jahren geht das so. Zwischendurch war es zwei Jahre ruhig, dafür ist’s jetzt umso schlimmer“, sagt Staffelmeier.

Hilde Minks mit ihrem VW Polo, den sie für 1000 Euro richten lassen musste.

Der Unbekannte zerkratzt Neuwagen oder neue Gebrauchte – und nutzt jede Chance. Bei den Staffelmeiers im Haus lebt ein Rentner, der wie so viele in der Straße ein abschließbares Abteil in der Tiefgarage hat. Einmal vergisst er, das Abteil abzuschließen. Das nutzt der Unbekannte und nimmt sich den Wagen vor. „Das wird einer sein, der neidisch ist“, sagt Staffelmeier.

Hilde Minks (75) hatte sich vor einem halben Jahr einen neuen VW Polo gekauft. Eigentlich parkt sie das Auto immer in der abschließbaren Box. Als sie es einmal nicht tut, wird es auf einer Seite verkratzt. 1000 Euro hat’s gekostet, das richten zu lassen. „Anzeige haben wir nicht erstattet, hilft doch nichts“, sagt Hilde Minks.

Der Tiguan von Walter Siebert wurde im August zerkratzt. Er hat den Wagen lackieren lassen.

Walter Sieberts (68) Golf Kombi war im Oktober 2014 an der Reihe. Im August der neue Tiguan. „Ich bin innerhalb von einem Jahr zweimal von der Versicherung hochgestuft worden. Außerdem kostet es mich jedes mal 300 Euro Selbstbeteiligung“, sagt Siebert. Er erzählt, dass ein Unbekannter einen Eimer Farbe über ein Auto gekippt hat. Einer Nachbarin wurde der Spiegel abgerissen. Siebert: „Ich kann heroben auf der Straße nicht mehr parken. Ich fahre immer in die Tiefgarage.“

Sven Müller von der Polizei rät, jeden Fall anzuzeigen. „Wenn es auffällig viele Sachbeschädigungen sind, wird die Polizei aktiv.“ Kameraüberwachung, wie es sich viele wünschen, wird es vorerst nicht geben. „Das ist äußerst schwierig, weil das die Persönlichkeitsrechte der Bürger verletzt“, sagt Sven Müller. Die Anwohner überlegen derweil, ob sie sich selbst auf die Lauer legen.

Jasmin Menrad

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