Dritter schwerer Unfall in 30 Stunden

Feuerwehrler müssen toten Kameraden (23) bergen

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Der 23-Jährige kam in Gebensbach auf gerader Strecke aus bislang ungeklärter Ursache von der Straße ab und prallte gegen einen Baum.

Taufkirchen - Ein 23-Jähriger ist am Montagabend bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Es ist der dritte schwere Crash im Landkreis Erding innerhalb von nur 30 Stunden.

Es waren die Alarm­einsätze Nummer 61 und 62, welche die Männer der Freiwilligen Feuerwehr Taufkirchen an der Vils an ihre Grenzen brachten: Sie mussten innerhalb von 30 Stunden drei Tote bergen. Junge Männer, Unfallopfer, Kameraden.

Vor allem der Einsatz am Montagabend brachte die Wehrleute an ihre Grenzen. Gerade waren sie dabei, den Unfalltod von zwei jungen Männern (20 und 21) zu verarbeiten, die mit ihrem Auto am Sonntagmittag in der Nähe von Überkam gegen einen Baum geprallt waren. Nahezu zeitgleich hatte es zwischen Neufinsing und Pliening gekracht. Ein BMW hatte sich im Acker überschlagen. Drei Frauen zwischen 17 und 19 Jahren aus München wurden dabei teils schwerst verletzt.

Da gab es einen weiteren Alarm­einsatz: schwerer Verkehrsunfall bei Gebensbach. Ein 23-Jähriger war mit seinem Ford Mondeo auf gerader Strecke gegen einen Baum geprallt.

Schnell stellte sich heraus: Der junge Mann ist bei der Feuerwehr Gebensbach, sein Vater ist der Kommandant, und auch sein Bruder ist in der Wehr aktiv. Deswegen wurde die Gebensbacher Wehr vom Unfallort abgezogen und zurück ins Feuerwehrhaus geschickt, die Rettung übernahmen die Kameraden aus Taufkirchen und Dorfen, die auch schon tags zuvor im Einsatz waren. Doch sie, der Notarzt und die Kräfte des Roten Kreuzes bemühten sich vergeblich: Der junge Mann starb noch an der Unfallstelle.

Die Angehörigen des Unfallopfers wurden vom Kriseninterventionsteam betreut, die Psychologische Notfallversorgung der Landkreis-Feuerwehr kümmerte sich um die Einsatzkräfte. „Es ist wichtig, dass die Männer wissen, welche Symptome nach so einem gravierenden Ereignis auftreten können“, sagte Christoph Kober, der Leiter dieses Dienstes, zum Erdinger Anzeiger. Das können Abgeschlagenheit und Appetitlosigkeit sein, aber auch Aggressionen, so der Experte. „Das sind völlig normale Reaktionen auf völlig unnormale Erlebnisse.“ Kober muss nun den Helfern helfen, Stück für Stück wieder in die Normalität zurückzufinden.

Bilder: 23-Jähriger kracht mit Ford gegen Baum - tot

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(Hans Moritz)

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