1. tz
  2. München
  3. Region

Autofahrer schlittert durch Schneegestöber und stürzt 100 Meter in die Tiefe

Erstellt:

Von: Jonas Napiletzki

Kommentare

Zur Bergung der Personen waren die Feuerwehren Rottach-Egern, Tegernsee und die Bergwacht vor Ort.
Die drei Insassen des verunfallten Fahrzeugs verletzten sich nur leicht. Zur Bergung waren die Feuerwehren Rottach-Egern, Tegernsee und die Bergwacht vor Ort. © Feuerwehr Rottach-Egern

Ein Autofahrer aus Freising ist von der Valepper Straße in Rottach-Egern rund 100 Meter den Abhang hinabgestürzt. Die insgesamt drei Insassen verletzten sich nur leicht.

Rottach-Egern - Im winterlichen Schneegestöber hat ein 25-jähriger Autofahrer die Kontrolle über sein Fahrzeug auf der Valepper Straße verloren. Der Informatiker aus Freising war am Samstag, 10. Dezember, gegen 14 Uhr in Rottach-Egern taleinwärts unterwegs. „Im letzten Drittel der Abfahrt verlor der Fahrzeugführer aufgrund der winterlichen Straßenverhältnisse die Kontrolle über sein Fahrzeug, rutschte aus der Kurve und stürzte rund 100 Meter den dahinter liegenden Abhang hinunter“, berichtet ein Sprecher der Polizei Bad Wiessee.

Der „völlig demolierte Pkw“ sei erst im Bachbett der Rottach zum Stehen gekommen. Neben dem Fahrer saßen auch eine 28-Jährige und ein 29-Jähriger aus Berlin in dem verunfallten blauen Skoda Fabia. „Wie durch ein Wunder und insbesondere aufgrund der Tatsache, dass alle drei Insassen den Sicherheitsgurt angelegt hatten, wurden diese bei dem Absturz jeweils nur leicht verletzt“, berichtet die Polizei.

Rottach-Egern: Auto stürzt ab - Feuerwehren und Bergwacht zur Bergung vor Ort

Wegen des unwegsamen Geländes und zur Bergung der im Fahrzeug befindlichen Personen wurden unter anderem die Freiwilligen Feuerwehren Rottach-Egern, Tegernsee sowie die Bergwacht alarmiert. Zudem befanden sich mehrere Fahrzeuge des Rettungsdienstes zur Erstversorgung der Verletzen vor Ort. Alle drei Insassen wurden in umliegende Krankenhäuser gebracht.

Das Unfallwrack kam erst im Bachbett zum Stehen.
Das Unfallwrack kam erst im Bachbett zum Stehen. © Thomas Plettenberg

Auto stürzt ab - von Abschleppunternehmen aus dem Tegernseer Tal geborgen

Das Auto mit einem Totalschaden in Höhe von rund 10 000 Euro wurde von einem Abschleppunternehmen aus dem Tegernseer Tal am Sonntag geborgen. Betriebsstoffe waren nicht ausgelaufen, berichtet Tobias Maurer. Der Kommandant der Rottacher Feuerwehr sagt: „Eine Schnelleingreifgruppe der Feuerwehr und Bergwacht hat sich sofort abgeseilt.“ Die Verletzten hatten sich selbst aus dem Unfallwrack befreit, konnten den Berg aber unmöglich hochkraxeln. Weitere Einsatzkräfte bahnten sich deshalb ihren Weg auf einem schlecht zugänglichen Forstweg an der anderen Bachseite.

Von dort wateten die Ehrenamtlichen fünf Meter durchs eiskalte Wasser zur Unfallstelle und brachten die Verletzten zurück „auf sicheren Boden“ an die Mautstelle, wo die Rettungswägen bereit standen. „Einen Unfall in dieser Ausprägung hatten wir bei uns noch nie“, sagt Maurer. Glücklicherweise habe die Feuerwehr aber ein genau solches Szenario zuletzt mit der Bergwacht geübt.

Tegernsee-Newsletter: Alles aus Ihrer Region! Unser Tegernsee-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alle wichtigen Geschichten aus der Region Tegernsee – inklusive aller Neuigkeiten zur Corona-Krise in Ihrer Gemeinde. Melden Sie sich hier an.

Unfallopfer hatten doppelt Glück: Zeuge beobachtet Absturz

„Man kann sagen, dass die Verletzten ein riesen Glück hatten“, betont der Kommandant. Der Skoda sei senkrecht in die Tiefe gestürzt und auf einem Vorsprung liegen geblieben. „Eine Drehung mehr – und das Auto wäre kopfüber in einer Gumpe gelandet.“ Dort hätte ein Tod durch Ertrinken im über einen Meter tiefen Wasser gedroht. Auch hätten die Unfallopfer großes Glück gehabt, überhaupt entdeckt worden zu sein. Das Auto älteren Baujahrs hatte keine e-Call-Funktion – der Unfall sei nur zufällig von der wenig befahrenen Straße aus beobachtet worden. „Oben gab’s keine Unfallspuren, die Stelle ist nicht einsehbar“, sagt Maurer. Ohne den Zeugen wären die Verletzten schlimmstenfalls tagelang unentdeckt geblieben. nap

Noch mehr aktuelle Nachrichten aus dem Landkreis Miesbach, Holzkirchen und der Tegernsee-Region finden Sie auf Merkur.de/Holzkirchen.

Auch interessant

Kommentare