Chaos am Mittwochnachmittag

Unfallserie auf der A 95: Und ein Sattelzug donnerte durch die Rettungsgasse

Drei Leichtverletzte, gut 100 000 Euro Sachschaden, viele Kilometer Rückstau: Das ist die Bilanz einer Unfallserie, die sich am Mittwoch auf der A 95 ereignet hat. 

Höhenrain - Es war eine relative spektakuläre Karambolage, die sich am Mittwochnachmittag auf der A95 ereignet hat. Trauriger Höhepunkt: Der Fahrer eines Sattelschleppers donnerte durch die Rettungsgasse. Jetzt erwartet ihn ein empfindliches Bußgeld. 

Bad Tölz-WolfratshausenAuf der A 95 in Fahrtrichtung München hat es am Mittwoch kurz vor der Rastanlage Höhenrain binnen Minuten gleich mehrfach gekracht. Nun gibt es Details: Drei Unfallbeteiligte wurden leicht verletzt, der Sachschaden summiert sich laut Schätzung der Polizei auf gut 100.000 Euro. Zum Zeitpunkt der Unfälle herrschte dichtes Schneetreiben.

Nach bisherigem Ermittlungsstand war eine Münchnerin (60) gegen 15.45 Uhr auf der nassen Fahrbahn mit ihrem Ford ins Schleudern geraten. Der Pkw prallte zunächst gegen die rechte Leitplanke, drehte sich und kam – entgegengesetzt zur Fahrtrichtung – auf dem Standstreifen zum Stehen. Die 60-Jährige wurde leicht verletzt. Nur Sekunden später wollte ein 27-jähriger Münchner mit seinem Opel von der linken auf die rechte Fahrspur wechseln – musste aber verkehrsbedingt stark abbremsen. Der Opel drehte sich um 180 Grad und kollidierte mit zwei nachfolgenden Autos: dem Seat eines 25-Jährigen aus Nordrhein-Westfalen und dem VW eines Münchners (63). Der und dessen Beifahrer, ein 81-jähriger Münchner, erlitten bei dem Zusammenstoß jeweils leichte Blessuren.

Schneechaos auf der A95: Unfallserie im Berufsverkehr

Mehrere Unfälle ereigneten sich am Mittwochnachmittag auf der A 95 kurz vor der Rastanlage Höhenrain in Fahrtrichtung München. © Hermsdorf-Hiss
Mehrere Unfälle ereigneten sich am Mittwochnachmittag auf der A 95 kurz vor der Rastanlage Höhenrain in Fahrtrichtung München. © 
Mehrere Unfälle ereigneten sich am Mittwochnachmittag auf der A 95 kurz vor der Rastanlage Höhenrain in Fahrtrichtung München. © 
Mehrere Unfälle ereigneten sich am Mittwochnachmittag auf der A 95 kurz vor der Rastanlage Höhenrain in Fahrtrichtung München. © 
Mehrere Unfälle ereigneten sich am Mittwochnachmittag auf der A 95 kurz vor der Rastanlage Höhenrain in Fahrtrichtung München. © 
Mehrere Unfälle ereigneten sich am Mittwochnachmittag auf der A 95 kurz vor der Rastanlage Höhenrain in Fahrtrichtung München. © 

Beinahe zeitgleich verlor ein 34-jähriger Belgier, der mit seinem BMW auf der linken Fahrspur in Richtung München unterwegs war, die Gewalt über seinen Wagen. Der BMW schleuderte gegen einen rechts fahrenden Mercedes-Kleintransporter – hinterm Steuer saß ein 22-Jähriger aus dem Landkreis Dachau. Damit nicht genug: Auch ein zweiter BMW, gesteuert von einem Belgier – laut Polizei ein Bekannter des 34-Jährigen – geriet ins Schleudern. Der Pkw blieb quer zur Fahrbahn stehen – und der Landsmann des Belgiers krachte schließlich noch in die Beifahrerseite.

„Unfallursache dieser – offenbar alle in unmittelbaren Zusammenhang stehenden Unfälle – dürfte nicht angepasste Geschwindigkeit bei winterlichen Verhältnissen gewesen sein“, bilanziert Polizeihauptkommissar Julius Metz. Beide BMW waren nach seinen Worten mit Sommerreifen ausgerüstet.

Viele Autos waren mit Sommerreifen ausgestattet

Aufgrund der Unfallserie bildete sich schnell ein Rückstau in Richtung Landeshauptstadt. Das hatte Folgen: Gegen 16.15 Uhr bremste eine Münchnerin (38) ihren Ford auf der mit Schneematsch bedeckten Autobahn ab. Sie war laut Polizei zu flott unterwegs, der Ford kam ins Schleudern und stellte sich quer. Das wurde einer 30 Jahre alten Frau aus Bad Heilbrunn zum Verhängnis. Die konnte ihren VW nicht mehr rechtzeitig stoppen und stieß mit ihrem Wagen gegen den stehenden Ford. Beide Unfallbeteiligte kamen mit dem Schrecken davon, die Reparatur der Autos wird zirka 16 000 Euro kosten.

Gegen 17.30 Uhr ereignete sich ein weiterer Unfall im Stau-Bereich: Ein 52-Jähriger aus Mittelfranken donnerte mit seinem Sattelzug verbotswidriger Weise durch die für Rettungsdienst- und Einsatzfahrzeuge gebildete Rettungsgasse. Dabei touchierte der Lkw den Volkswagen einer 37-jährigen Ickingerin. Sachschaden: rund 1000 Euro.

Für den Kapitän der Landstraße hat sein Fehlverhalten ein Nachspiel: „Gegen den Sattelzugfahrer wurde ein Bußgeldverfahren eingeleitet“, berichtet Hauptkommissar Metz. Er weist aus aktuellem Anlass mit Nachdruck darauf hin, dass Verstöße im Zusammenhang mit dem Bilden einer Rettungsgasse „zu empfindlichen Bußgeldern führen und für die Betroffenen auch bis zu zwei Punkte in der Flensburger Verkehrssünderdatei nach sich ziehen können“.

Aufgrund der Unfallserie musste die A 95 im Bereich der Anschlussstellen Wolfratshausen und Schäftlarn am Mittwoch gegen 16.30 Uhr kurzfristig gesperrt werden. Außerdem sperrte die Polizei eine Stunde später die Anschlussstelle Wolfratshausen, damit einige schwer beschädigte Unfall-Pkw geborgen und abgeschleppt werden konnten.

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