70-Jähriger soll Rekord aufgestellt haben

Panne: Traktorfahrer soll fürs Rasen zahlen

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Wolfgang Scharf mit seinem 16er Eicher. Mit dem soll er angeblich am Spannleitenberg einen Geschwindigkeitsrekord für alte Eicher aufgestellt haben...

Kirchseeon - Am Spannleitenberg entlang der B 304 wird gerast - Kontrollen machen hier durchaus Sinn. Kurios wird's aber, wenn Traktorfahrer vermeintliche Geschwindigkeitsrekorde aufstellen.

Am Spannleitenberg in Kirchseeon (Markt Schwaben) wird manchmal ganz schön gerast – klar, dass hier Radarkontrollen üblich sind. Aber ob auch immer der richtige Verkehrsrowdy erwischt wird, steht auf einem anderen Stern – wie in diesem kuriosen Fall, von dem die Ebersberger Zeitung berichtet.

Wolfgang Scharf aus Markt Schwaben ist ein Bastler. Doch laut Polizei sollte er auch ein Zauberer sein. Mit seinem vor drei Monaten in Forstinning gekauften Traktor 16er-Eicher soll er 59 km/h gefahren sein: Am 14. Juni, um 20.39 Uhr, am besagten Spannleitenberg. Das ist technisch so unmöglich wie der Gewinn der Formel-1-Weltmeisterschaft mit einem Trabbi. „Wenn es gut geht, fährt der Eicher 20 km/h“, versichert Scharf (70).

In Kirchseeon war er mit dem Gefährt – einer Erfüllung seines Kindheitstraums – allerdings noch nie. Laut Bescheid der Kommunalen Verkehrsüberwachung des Marktes Markt Schwaben, die auch die Marktgemeinde Kirchseeon kontrolliert, allerdings schon. Am 4. Juli bekam der Traktorfahrer einen Bescheid über ein 15-Euro-Verwarnungsgeld. Als Halter des „Pkw“ mit dem amtlichen Kennzeichen EBE NA 26, „Hersteller EICHER“, soll er 59 km/h gefahren sein, wo 50 zulässig sind.

Der Diplom-Verwaltungswirt a. D. nimmt’s mit Humor. Anständigerweise hat Scharf einen Zeugenfragebogen wie gewünscht ausgefüllt. Und hofft nun, dass die Verkehrsüberwacher von allein draufkommen, wo der Fehler liegt.

Dazu reicht freilich ein flüchtiger Blick auf das mitgelieferte Beweismittel, im Bescheid als „Foto K1 eso ES3.0 G5071“ bezeichnet. Das zeigt nämlich mitnichten einen Traktor, sondern einen hellen Opel, dessen Verwandtschaft zum Eicher aus Markt Schwaben darin besteht, dass das Kennzeichen ähnlich lautet. Aber eben nur ähnlich. Ein Zahlenfehler.

Einen vergleichbaren Fall erlebte der Markt Schwabener Landwirt Georg Adlberger vor gut zwei Jahren. Damals sollte er mit seinem Lanz-Traktor auf der Autobahn bei Wien 101 km/h gefahren sein. Nach einem ellenlangen Briefverkehr mit den österreichischen Behörden, dem er auch einen Artikel der EZ beilegte, wurde der Vorgang schließlich beigelegt. Auch damals wurde am Nummernschild eine Ziffer falsch gelesen.

Jörg Domke

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