Unglück am Germeringer See

Dank Badekappe: Mann vor Ertrinken gerettet

+
Dieses Handyfoto entstand beim Rettungseinsatz am Germeringer See

Germering - Badeunfall im Landkreis Fürstenfeldbruck: Am Germeringer See ist es Einsatzkräften gelungen, das Leben eines Mannes zu retten - auch wegen einer auffälligen Badekappe.

Wasser und Lufttemperatur sind angenehm warm. Am und im Germeringer See tummeln sich am Sonntagnachmittag viele Badegäste. Auch der Stützpunkt der Wasserwacht ist gut besetzt. Erfahrene Retter haben an diesem Tag Dienst. Kurz vor 15 Uhr bemerken sie einen älteren Mann. Er trägt eine Badekappe. Das ist sehr selten und hebt ihren Träger aus der Menge der anderen Schwimmer hervor.

Deshalb behalten die Wasserwachtler den Badegast auch im Auge. So fällt ihnen schnell auf, dass der Mann, der gut zwölf Meter vom Ufer entfernt schwimmt, immer langsamer wird. Irgendetwas ist da nicht in Ordnung. Das fühlen sie instinktiv. Sie schicken einen Rettungschwimmer mit einem Schwimmbrett los. Als der Kopf des Seniors im Wasser versinkt, ist der schon auf dem Weg. „Er ist ohne Hilfeschreie untergangen“, berichtet Rainer Bertram vom BRK-Kreisverband.

Der entsandte Rettungsschwimmer kann dem 82-Jährigen nicht mehr helfen. Das Wasser des Sees ist zu trüb, der Retter kann nichts erkennen. „Doch die Wasserwachtler hatten sich per Kreuzpeilung die Stelle genau gemerkt“, sagt Bertram. So können sie blitzschnell reagieren und weitere Retter mit Schnorchelausrüstung losschicken.

„Die Schnorchler können untergegangene Personen aus einer Tiefe bis zu sechs Metern sehen und auch retten“, so Bertram – allerdings nur bei guten Sichtverhältnissen. Da diese im Germeringer See nicht gegeben sind, verstärken bald drei Taucher den Suchtrupp. „Sie konnten sich in der Schlammbrühe aber nur tastend vorarbeiten“, erzählt Betram. Zeitgleich kreist ein Rettungshubschrauber über dem See und sucht von der Luft aus.

Die Minuten verstreichen. Die insgesamt 29 Einsatzkräfte der Wasserwacht Germering, Olching und Bruck werden immer nervöser. Schließlich zählt jede Sekunde im Kampf um das Leben des Seniors. Doch dann kommt die erlösende Nachricht: Die Taucher haben den 82-Jährigen in einer Tiefe von drei Metern gefunden. Sie holen ihn heraus und bringen ihn ans Ufer. Seitdem er versunken ist sind gerade mal 15 Minuten vergangen. „Schneller ging’s eigentlich nicht nicht mehr“, sagt Betram.

Die Ärzte beginnen mit der Wiederbelebung. Bange Augenblicke verstreichen. Andere Badegäste haben das Unglück mitbekommen. Auch sie halten den Atem an. Sehen können sie aber nichts. „Die Feuerwehr hat die Schaulustigen abgehalten“, berichtet Bertram. Sie hat mit Decken einen Sichtschutz improvisiert.

Dann, nach einer gefühlten Ewigkeit, beginnt das Herz des 82-Jährigen endlich wieder zu schlagen. Rettungskräfte bringen den Senior ins Krankenhaus. Wasserwachtler, Feuerwehrler und Badegäste sind erleichtert. Einem Badegast fällt aber ein ganz besonders großer Stein vom Herzen: Der Ehefrau des 82-Jährigen. Sie war mit ihm beim Schwimmen gewesen und hat die Rettungsaktion zitternd verfolgt. Ein Kriseninterventionsteam kümmert sich um sie.

Warum der 82-Jährige plötzlich untergegangen ist, ist noch unklar. „Das kann viele Gründe haben“, so Bertram. „Vielleicht ein Schwächeanfall, ein Herzinfarkt oder auch Selbstüberschätzung.“ Genaueres werden erst die Untersuchungen im Krankenhaus ergeben.

ed/sk

auch interessant

Meistgelesen

Pflege zu teuer: Pensionär holt seine Frau wieder nach Hause
Pflege zu teuer: Pensionär holt seine Frau wieder nach Hause
14-Jährige von acht Männern vergewaltigt?
14-Jährige von acht Männern vergewaltigt?
Vermisster 23-Jähriger wieder aufgetaucht
Vermisster 23-Jähriger wieder aufgetaucht
Schulbus auf Irrfahrt: Kinder in Panik
Schulbus auf Irrfahrt: Kinder in Panik

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion