Unheimliche Säger an der S-Bahn-Strecke

Starnberg -Unheimliche Säger an der S-Bahn-Strecke: Die Kripo ermittelt inzwischen in zwei Fällen, in denen angesägte Bäume auf die Bahnstrecke von München über Starnberg nach Tutzing gefallen sind. Problem: kein Motiv, keine Spuren, keine Zeugen.

Ritsche, ratsche, ab der Baum: Ende März und Ende Mai sind laienhaft angesägte Bäume südlich von Feldafing und nördlich von Starnberg auf die S-Bahn-Strecke der S 6 gefallen. Bisher war offiziell nur der Fall bei Feldafing bekannt, nach Recherchen des Münchner Merkur bestätigte die Polizei am Mittwoch den zweiten Vorfall. Dabei war niemand zu Schaden gekommen, da die S-Bahn von einem Passanten gewarnt worden war. Der Zug fuhr langsam über den Baum. Ende Mai bei Feldafing musste die Feuerwehr eine S-Bahn evakuieren, auf die eine 15-Mete-Fichte gestürzt war. Glücklicherweise wurde auch dabei niemand verletzt.

Beide Bäume waren angesägt, bestätigte Hans-Peter Kammerer, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord in Ingolstadt. Die Stümpfe - den ersten hatte die Bundespolizei eingelagert - wurden Experten der TU München übergeben, die nach Werkzeugspuren und dergleichen suchen sollen. Das wird Wochen dauern, erklärte die Polizei. Problem dabei: Unter Experten herrscht Uneinigkeit über die Zuverlässigkeit von Zeitangaben auf Basis von Verharzungen an den Bäumen. Die Schätzungen reichten von einigen Tagen bis zu mehreren Wochen.

Ebenso unerklärlich ist das Motiv eines Täters. Linksautonome, die vor allem inn Berlin Anschläge auf S-Bahnen verüben, posaunen dies sofort im Internet hinaus. Für die Fälle im Landkreis Starnberg gibt es keine Erkenntnisse dazu, nachdem die Kripo entsprechende Internetforen überprüft hat. Hinweise auf einen Erpressungsversuch gibt es ebenfalls nicht.

Neue Erkenntnisse erhoffen sich die Ermittler von einer Befragung von Jägern und Förstern entlang der S 6, wofür zahlreiche Beamte abgestellt sind. Zeugenaufrufe haben bisher nämlich nichts gebracht. Die Bundespolizei als für Bahnstrecken zuständige Sicherheitsbehörde hat nach den Vorfällen die Strecke verstärkt beobachtet. Sie hält weiter ein Auge auf de S 6, Beamte sind in und an den S-Bahnen im Einsatz.

Michael Stürzer

Rubriklistenbild: © Gaulke

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