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„Was für eine Ignoranz“: Unterföhringerin ärgert sich über Wasserfontänen – Stadt reagiert

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Von: Andreas Sachse

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Auf Unverständnis treffen die Wasserfontänen am Bürgerhaus bei einer Unterföhringerin. Doch das Rathaus hat sich dabei etwas gedacht. Im Verbund  mit den neuen Bäumen sorgt das Wasser für ein besseres Mikroklima. Thomas Scholz, Leiter Tiefbauamt
Auf Unverständnis treffen die Wasserfontänen am Bürgerhaus bei einer Unterföhringerin. Doch das Rathaus hat sich dabei etwas gedacht. Im Verbund  mit den neuen Bäumen sorgt das Wasser für ein besseres Mikroklima. Thomas Scholz, Leiter Tiefbauamt © Ursula Baumgart

Trotz der Trockenheit in Europa laufen in Unterföhring die Wasserfontänen am Bürgerhaus. Darüber ärgert sich eine Bürgerin sehr. Doch das Rathaus hat eine Erklärung parat.

Unterföhring – Vom Po bis an den Rhein, vom Lago Maggiore bis an die Deiche: In weiten Teilen Europas ist oder war in diesem Sommer der Dürrenotstand ausgerufen. Flüsse und unverzichtbare Wasserreservoirs erreichten Rekord-Tiefststände. Vor dem Bürgerhaus aber plätscherten die Wasserfontänen – zum Entsetzen einer Unterföhringerin: „Nachts sind die auch noch beleuchtet!“

Verschwendung jedweder Art geht der im Gesundheitswesen tätigen Frau, die lieber anonym bleiben möchte, gegen den Strich, zumal in diesen Tagen. „Was für eine Ignoranz gegenüber der Energieproblematik“, beklagt sie: „Unterföhring liebt es schon immer üppig!“

Wasserspiel vor dem Bürgerhaus: Bürgerin klagt – „Meine Bitte um Aufklärung blieb unbeantwortet.“

Seit es sie vor acht Jahren aus Baden-Württemberg in den Münchner Norden verschlug, verfolge sie mit Interesse, was in der neuen Heimat vor sich geht. Der Sportpark, lange Zeit ein Leuchtturmprojekt der Gemeinde, lag ihr besonders am Herzen. Dass das Vorhaben der Kosten wegen eingestampft worden sei, nachdem man einen Haufen Geld in den Wind geschossen hatte, vermag sie nicht nachzuvollziehen. Auf zuletzt 100 Millionen Euro hatte sich der Sportpark nahezu verdoppelt; im Wissen, dass der Betrag dennoch nicht reichen würde. Zwölf Millionen Euro waren da bereits für Planung und Honorare ausgegeben worden. „Hätte es nicht einfach eine Nummer kleiner werden können?“ Das neue Rathaus und das Feststadl vor Augen, sieht die 58-Jährige ihre These bestätigt: „Entweder ein Riesensportgelände oder gar nichts; dafür eben ein überdimensionales Feuerwehrhaus und ein neues Rathaus.“

Die Rechnung geht in ihren Augen nicht auf. Seinerzeit in Stuttgart hatte sie mit Kindern und Jugendlichen ehrenamtlich Sport getrieben.“ Sich draußen an der frischen Luft zu bewegen, Leichtathletik: Das brauchen die jungen Leute.“ Geld dafür sei aber nicht Geld vorhanden. Zu erleben, wie das Wasser aus den Brunnen vor dem Bürgerhaus über den Gehsteig rinnt, hatte ihr den Rest gegeben. „Meine Bitte um Aufklärung blieb unbeantwortet.“

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Thomas Scholz bekümmert das. Der Tiefbauamtschef im Rathaus bestätigt mehrere Anfragen zum Thema, die aber allesamt beantwortet worden seien. Weshalb ihn die Nachricht der 58-Jährigen nicht erreicht habe, vermag er nicht zu sagen. Scholz legt Wert darauf, dass die Unterföhringer erfahren, dass die neuen Brunnen Bestandteil eines natürlichen, ökologisch verträglichen Kreislaufs sind. „Im Verbund mit den neuen Bäumen sorgt das Wasser für ein besseres Mikroklima.“ Die im Juni in Betrieb genommenen „Wassersprudler“ würden zudem mit Grundwasser gespeist, nicht mit Trinkwasser. „Das wäre viel zu schade.“

Wasser aus den Brunnen rinnt tatsächlich über den Boden, versickert aber in Fugen dazwischen, um in Becken darunter aufgefangen und wiederverwendet zu werden. „Das hat schon seinen Sinn.“ Wasser, das verdunstet, ginge ebenfalls nicht verloren: „Es bleibt Teil des natürlichen Kreislaufs.“

Was die Beleuchtung der Brunnen betrifft, teilt Scholz die Bedenken der Frau. Nachts auf unnötige Lichter zu verzichten, ergäbe durchaus Sinn. „Es wäre natürlich schön, wenn alle mitmachen würden.“ In einer Krise wie dieser müssten auch Geschäfte in der Nacht nicht beleuchtet werden.

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