Wetter: Warnung des DWD! Fast ganz Deutschland eingefärbt

Wetter: Warnung des DWD! Fast ganz Deutschland eingefärbt

Manche müssen sogar in die Klinik 

50 Kinder erkranken plötzlich: Chaos in Kindergärten - Eltern haben Verdacht

Schock in Unterhaching: 40 bis 50 Kindergartenkinder müssen sich am Montagnachmittag plötzlich pausenlos übergeben. Einige verbringen die Nacht im Krankenhaus.

Unterhaching – Als Christiane Gruber ihren Sohn Leonhard (5) am Montagnachmittag vom Kindergarten Sternschnuppe in Unterhaching abholen will, ist sie schockiert: Kinder übergeben sich in Eimern, einige liegen apathisch auf Tischen und Bänken, andere stehen fassungslos daneben. Auch Leonhard muss spucken und hat Durchfall. Die Mitarbeiter des Kindergartens versuchen vergeblich, das Chaos zu bändigen. Die Erzieher hätten ihr geraten, sofort einen Kinderarzt aufzusuchen, erzählt Gruber einen Tag später. Doch bei der Ärztin am Bahnhofsweg seien bereits alle Behandlungszimmer belegt gewesen – mit Kindern aus Unterhachinger Einrichtungen.

Es ist eine Massenerkrankung, die in Unterhaching ausgebrochen ist. Nach Angaben der Gemeinde sind 40 bis 50 Kinder betroffen. Sie alle besuchen die gemeindlichen Kindergärten Sternschnuppe und Villa Farbenfroh. Sie alle zeigen am Montag das gleiche Symptom: „Erbrechen. Erbrechen bis zum Erschöpfen“, sagt die Unterhachinger Kinderärztin Barbara Capelle, die einige Kinder behandelt und ihre Praxis am Montag wegen des Andrangs länger offen gelassen hat. Viele Kinder haben zudem Durchfall. Bei anderen ist es so schlimm, dass sie die Nacht auf Dienstag im Krankenhaus verbringen müssen. Bis gestern Vormittag lagen noch immer drei Kinder in der Klinik. Auch zwei Erzieherinnen sind betroffen. Bei anderen Kindern verläuft die Krankheit glimpflicher. Sie können am nächsten Tag schon wieder in den Kindergarten gehen.

Münchner Bub (1) nach Anfall bewusstlos: Krankenwagen fährt einen Umweg

Mitarbeiter des Gesundheitsamtes arbeiten unter Hochdruck

Mitarbeiter des Gesundheitsamtes und Verbraucherschutzes suchen nun fieberhaft nach der Ursache. „Derzeit werden Lebensmittelproben im Labor untersucht“, sagt eine Sprecherin des Landratsamtes. Ob die Lebensmittel etwas mit der Erkrankung zu tun haben, sei unklar.

Die Aufregung bei den Eltern ist groß. In Whats-App-Gruppen wird spekuliert. Gerüchte machen die Runde. Unter anderem ist von einer Salmonellen-Vergiftung die Rede. Viele Eltern machen den Caterer aus Ottobrunn verantwortlich, der die betroffenen Kindergärten beliefert. Ein Vater soll bereits die Polizei informiert haben. Schließlich sind die Beschwerden bei den Kindern nach dem Mittagessen aufgetreten – Tortellini mit Soße gab es.

Auch Kinderärztin Capelle vermutet eine Lebensmittelvergiftung. „Wenn so viele Kinder in so kurzer Zeit solche Symptome zeigen, kommt es vermutlich vom Essen“, sagt sie. Der Caterer, der die zwei Kindergärten sowie die zwei anderen gemeindlichen Einrichtungen und den evangelischen Kindergarten „Die Arche“ beliefert, möchte sich nicht äußern.

Die Gemeinde Unterhaching hat reagiert

Die Gemeinde hat reagiert und gemeinsam mit dem Lieferservice entschieden, die Essensversorgung auszusetzen. „Vorsorglich und um von allen Seiten den Druck zu nehmen“, wie Rathaus-Pressesprecher Simon Hötzl sagt. Nun beliefere ein anderer Caterer die vier gemeindlichen Kindergärten. Ähnlich steht es auf Zetteln, welche die Gemeinde in den Kindergärten ausgehängt hat. Zudem hat die Kommune alle Küchen und Sanitäranlagen umfassend reinigen lassen. „Wir bedauern die Vorfälle sehr und werden alles tun, um die Sache aufzuklären“, sagt Hötzl.

Einige Eltern und Kinder sind noch dabei, das Chaos vom Montagnachmittag zu verarbeiten. Da Kinderärzte in der Umgebung überfüllt sind, fahre einige Eltern direkt ins Krankenhaus. Ein Vater erzählt, wie er mit seinem Sohn gleichzeitig mit zehn anderen Eltern und Kindern im Klinikum Harlaching ankommt. „Bei der Anmeldung wurden schon Nummern verteilt“, sagt er. Anschließend habe man Zäpfchen gekriegt. Zudem bekamen Kinder Infusionen, um den Elektrolyte-Haushalt aufzubessern. Kinderärztin Capelle sagt, für immungeschwächte Kinder sei eine derartige Erkrankung gefährlich. „Das Hauptrisiko ist auszutrocknen.“

Wie viele andere Kinder ist Leonhard auf dem Weg der Besserung, berichtet Christiane Gruber. Er sei zwar immer noch schlapp. Doch bei ihm sei es nicht so schlimm wie bei anderen. Am Mittwoch will er wieder in den Kindergarten gehen.

Rubriklistenbild: © dpa/Patrick Pleul

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Mercedes und Lkw kollidieren frontal: Feuerwehrler versuchen, Autofahrer zu reanimieren - vergeblich
Mercedes und Lkw kollidieren frontal: Feuerwehrler versuchen, Autofahrer zu reanimieren - vergeblich
Münchner fährt betrunken mit BMW und hinterlässt ein Trümmerfeld
Münchner fährt betrunken mit BMW und hinterlässt ein Trümmerfeld
Unfall auf der B471: Zwei Frauen schwer verletzt
Unfall auf der B471: Zwei Frauen schwer verletzt
Nach über 60 Jahren: Traditionsfirma macht dicht - an mangelnden Aufträgen liegt es nicht
Nach über 60 Jahren: Traditionsfirma macht dicht - an mangelnden Aufträgen liegt es nicht

Kommentare