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Nach Kritik an Missständen

Bürgermeister droht Eltern mit Kindergarten-Schließung! Eine Mutter: „Das ist doch alles Wahnsinn“

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Die Kritik der Eltern am Kindergarten Sternschnuppe will Bürgermeister Wolfgang Panzer nicht einfach so hinnehmen. 

Die Missstände im Gemeindekindergarten waren Thema in der Bürgerfragestunde. Doch als Eltern offen ihre Kritik ansprechen, verliert Bürgermeister Panzer die Contenance. 

Unterhaching – Zunächst wirkte alles schön spaßig. „Eine kleine Übung zu Weiberfasching“ stehe an, sagte Unterhachings Bürgermeister Wolfgang Panzer (SPD) zu Beginn der Gemeinderatssitzung. Und ließ sich von Christine Helming (Grüne) bereitwillig die Krawatte abschneiden. Außerdem stand auf jedem Tisch ein Faschingskrapfen zum Verzehr, was Panzer im Vorgriff auf die ausführliche Haushaltsdebatte so kommentierte: „Mit einem Krapfen im Mund spricht niemand so viel.“ 

Selbst biss Panzer allerdings erst zwei Stunden später in seinen Krapfen, sodass ihn nichts daran hinderte, im Rahmen der Bürgerfrage-Viertelstunde verbal recht derb auszuteilen. Das Thema, das plötzlich Emotionen hochkochen ließ: der Kindergarten „Sternschnuppe“ in der Robert-Koch-Straße. 

So lautet die Kritik der Eltern

Dass dort allerlei im Argen liege, darauf hatte Julia Mittermeier (CSU) schon in der November-Sitzung hingewiesen. Jetzt machten mehrere Eltern in sachlichem Ton ihrem Unmut Luft. 

Zwar sei die Heizung 2017 saniert worden, aber weil die Rohre offen und nicht isoliert an der Decke verlaufen würde, komme die Wärme im hintersten Gruppenraum nicht mehr an. „Dort ist es so kalt, dass wir die Kinder je nach Temperaturempfinden aufteilen müssen“, sagte ein Vater. Quasi nach dem Motto: Wer friert am wenigsten? Hinzu komme, dass viele Fenster undicht seien und die kalte Winterluft in Bodennähe hereinziehe – genau dort, wo die Kinder spielen. Noch ein Manko: Auf den Toiletten gebe es keine Klobrillen – die Kinder müssten auf dem nackten Porzellan sitzen. „Das alles ist nicht bedrohlich, aber der Krankenstand bei den Kindern ist hoch“, sagten die Eltern. 

Sie wollten konkret wissen, wie der Zeitplan für eine Generalsanierung aussieht, die erst fürs Jahr 2021 auf der Prioritätenliste der Gemeinde steht; und wie sich eine Sanierung auf den laufenden Betrieb auswirke. 

„Dann müssen Sie halt schauen, wo sie ihre Kinder unterbringen“

Was nun folgte, hat man im Unterhachinger Gemeinderat lange nicht mehr erlebt. Bürgermeister Panzer begann seine Flut an Antworten in grummelndem Unterton mit dem Hinweis, „wir machen, was notwendig ist“. Weil die Gemeinde sich aktuell darauf konzentriere, bis 2020 ein „Kinderhaus plus“ am Oberweg zu bauen, sei der genaue Bedarf für Kindergartenplätze in der „Sternschnuppe“ unklar. Aber: „2018 sanieren wir die Sanitäranlagen“, dafür sind 68 000 Euro im aktuellen Haushalt eingestellt. Panzers Credo: „Der Kindergarten ist 66 Jahre alt, aber er entspricht den Vorschriften.“ 

Fast drohend schob er an die Adresse der Eltern aber hinterher: „Wenn Sie das wollen, dann schließe ich halt den Kindergarten und wir ziehen die große Sanierung jetzt durch. Dann müssen Sie halt schauen, wo Sie Ihre Kinder unterbringen.“ 

Kindergartenleitung will sich nicht äußern

Nun platzte einer Mutter der Kragen. „Das ist doch alles Wahnsinn“, schimpfte sie. „In den unverputzten Wänden klaffen Löcher, und teilweise schauen spitze Nägel heraus, an denen die Kinder sich verletzen können.“ 

Daraufhin war es um Panzers Contenance geschehen. „Ich kenne nicht jeden einzelnen Nagel persönlich“, raunzte er zurück. Überdies sei es „Sache der Kindergartenleitung, uns korrekt zu informieren – sonst haben wir ein personalrechtliches Problem“. 

Die Leiterin des Kindergartens, Monika Kirschniok, sagte auf Nachfrage des Münchner Merkur tags darauf lediglich: „Ich gebe keine Stellungnahme ab.“ Im Gemeinderat sprang Julia Mittermeier (CSU) den Eltern zu Seite. Sie fand es albern, dass Panzer „mit einer Schließung droht und der Kindergartenleitung den Schwarzen Peter zuschiebt“. 

Ihr Vorschlag zur Güte: Der Gemeinderat solle sich den Kindergarten „gemeinsam mit Eltern und Leitung anschauen“. Eine Idee, die dem Bürgermeister nicht grundsätzlich missfiel, aber einen letzten Seitenhieb mochte er sich nicht verkneifen: „Wenn schon, dann machen wir einen Vor-Ort-Termin mit dem Bauausschuss, denn der ist dafür zuständig.“

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