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„Paradiesische Zustände“ auf Jubiläums-Fest: Bierpreise wie 1972 - Mass kostet 2,70 Euro

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Von: Volker Camehn

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Fast wie ein kleines Volksfest: Der Klostergarten war gut gefüllt mit Besuchern, die gemeinsam mit dem Trachtenverein das Jubiläum feiern wollten.
Fast wie ein kleines Volksfest: Der Klostergarten war gut gefüllt mit Besuchern, die gemeinsam mit dem Trachtenverein das Jubiläum feiern wollten. © Volker Camehn

50 Jahre Erntefest feierte der Heimat- und Trachtenverein „D’Hachingertaler“ im Klostergarten des Marxhofs in Unterhaching. Besonderes Schmankerl der Veranstaltung: Bier zum Preis von 1972.

Unterhaching – Nicht, dass es da Missverständnisse gibt: Selbstverständlich beginnt ein jedes Erntefest mit einem Gottesdienst, wie Rudi Maier, Vorsitzender des Heimat- und Trachtenverein „D’Hachingertaler Unterhaching“ am Sonntagvormittag erklärt. Hatte Pater Peter Waibel in seiner Andacht doch zuvor betont, dass der Festakt nicht erst mit Getränkeausschank im Unterhachinger Klostergarten losgeht. Da wollte Maier wohl keine Zweifel aufkommen lassen bei der Jubiläumsfeier zum 50. Erntefest im Klostergarten des Marxhofs. 

Auf Erntefest-Jubiläum in Unterhaching: Bier zum Preis von 1972

Nach dem Gottesdienst geht’s mit Unterstützung der Dietramszeller Blaskapelle zum Frühschoppen bei Weißwurst, Wiener, Brezn und Reutberger Bier. Die Dietramszeller Bläser werden im Laufe des Tages noch öfter aufspielen. Selbstredend gibt es zudem allerlei Schmankerln aus der bayerischen Küche. An den Ständen bilden sich dann auch in Kürze lange Schlangen.

Apropos Getränkeausschank: Anlässlich des Jubiläums gab es die Mass Bier bis 12 Uhr inflationsbereinigt zum Preis von 1972: umgerechnet für 2,70 Euro. „Paradiesische Zustände“ wird sich da der eine oder die andere gedacht haben. „Das haben wir vorher ganz bewusst nicht mitgeteilt, um falsche Anreize zu vermeiden“, sagt Uwe Jentsch lächelnd.

Jentsch ist Pressewart der Unterhachinger Trachtler, also quasi die Stimme von rund 160 Mitgliedern. Seit 2008 gehört er dem Verein an, seine Frau hat er hier kennengelernt. Für Jentsch scheint Brauchtum eine Lebenshaltung zu sein, die Tracht habe auch etwas „Identitätsstiftendes“. In der Praxis heißt das auch: Helfen beim Getränkeausschank, Fest organisieren, anpacken.

Auf Jubiläums-Fest: Vorführungen, Tanz- und Plattlereinlagen

Rund 20 Vereinsmitglieder („Deandl und Buam“) haben an zwei Wochenenden gemeinsam mit anderen Helfern Verkaufsstände aufgebaut, Grill, Bühne und Getränkeausschank hergrichtet sowie Tische und Bänke aufgestellt. Am Festsonntag sind dann bis zu 50 Trachtler sowie weitere Unterstützer im Einsatz. „Das alles ist nur durch den in vielen Jahren gewachsenen und bewährten kameradschaftlichen Zusammenhalt möglich“, so Jentsch. Die Verbundenheit der Trachtler habe zudem grenzüberschreitende Strahlkraft: Es gibt Vereinsmitglieder, die eigens aus Nordrhein-Westfalen angereist sind“, erzählt er.

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Wer wissen wollte, wie das Korn für unser „täglich Brot“ früher gewonnen wurde, kann an diesem Nachmittag einer Vorführung auf einer historischen Dreschmaschine beiwohnen. Die Unterhachinger Trachtler sorgen zudem selber mit Tanz- und Plattlereinlagen für Unterhaltung. Keine Frage:

Nach dem Gottesdienst geht’s mit Unterstützung der Dietramszeller Blaskapelle zum Frühschoppen.
Nach dem Gottesdienst geht’s mit Unterstützung der Dietramszeller Blaskapelle zum Frühschoppen. © Volker Camehn

Erntefest mit Volkfestcharakter: Besucherzahl begrenzt

Dieses Erntefest hat Volksfestcharakter, der Klostergarten ist gut gefüllt. Mehr geht und soll auch nicht: Denn grundsätzlich wolle man die Besucherzahl beim Erntefest überschaubar halten, so Uwe Jentsch. „Die Obergrenze liegt hier in diesem Areal bei 2000 Leuten.“

Anlass für Pater Waibels Richtigstellung war übrigens die Ankündigung in einer Zeitung, in der es hieß, „das eigentliche Fest“ beginne erst nach dem Gottesdienst. Auf Nachfrage erklärt Waibel: „Sicherlich werden diese Aussage manche teilen, aber ich wollte sagen: Kein Erntefest, bei dem es nur um Vergnügen geht, sondern mit Vergnügen und Dankbarkeit aus dem Gottesdienst zum Fest.“ Noch mehr aktuelle Nachrichten aus dem Landkreis München finden Sie auf Merkur.de/Landkreis München.

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