Er zieht Konsequenzen

Falkner soll im Auftrag der Stadt Krähen vertreiben - und wird auf Facebook übelst beschimpft

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Wüst im Netz beschimpft: Falkner Wolfgang A. Schreyer, hier mit seinem Wüstenbussard „Mirl“, lässt das Krähenvergrämen in Unterschleißheim bleiben.

Nach einem Shitstorm im Internet hat der Unterschleißheimer Falkner Wolfgang A. Schreyer seinen Auftrag zur Krähenvergrämung an Unterschleißheim zurückgegeben.

Unterschleißheim – Man habe ihn als „Idioten“ beschimpft, der womöglich noch mit Schrot auf die Krähen schießen werde. Schreyer ist verärgert: „Das muss ich nicht haben“, sagt er.

427 Krähennester gibt es in der Stadt. Viele Bürger hatten sich Abhilfe gegen die zunehmende Lärmbelästigung gewünscht. Die Naturschutzbehörde hat das Abräumen der Nester bis 28. Februar erlaubt. Falls die Saatkrähen erneut Nester bauen, dürfen diese noch bis 15. März entfernt werden, damit die Vögel vor der Brutzeit in andere Areale umsiedeln. Auch der Einsatz eines Wüstenbussards wurde genehmigt.

„Es wäre keine Krähe in Mitleidenschaft gezogen worden“

Als Bürgermeister Christoph Böck (SPD) die Maßnahmen auf Facebook ankündigte, folgte jedoch ein Aufschrei: 282 Kommentare wurden unter seinen Post notiert. Da heißt es, man hetze „Beutegreifer auf wehrlose Tiere“. Die Greifvögel würden die Krähen „bei lebendigem Leibe rupfen und ihnen das Hirn rausreißen“. Wer Krächzen als Lärm empfinde, habe „einen Vogel“.

Schreyer hält das für „völlig unqualifiziert“: „Es wäre keine Krähe in Mitleidenschaft gezogen worden.“ Der Bussard hätte am Himmel patroulliert und die Krähen nur verscheucht. Inzwischen sind Baumkletterer zur Tat geschritten. Sie haben Nester in Wohngebieten abgeräumt. Einen anderen Falkner konnte die Stadt nicht beauftragen. „Es sind alle ausgebucht“, sagt ein Stadtsprecher.

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