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Krähen-Plage in Bayern: Nester werden abgeräumt - „Unzumutbarer Lärm“

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Von: Charlotte Borst

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Nestbau bei den Krähen
Das Krächzen der Krähen belästigt viele Unterschleißheimer. (Symbolbild) © Frank Rumpenhorst / dpa

Das Krächzen der Saatkrähen belästigt viele Unterschleißheimer. Nun geht die Stadt gegen die Vögel vor und räumt ihre Neste ab.

Unterschleißheim – Bevor die Brutzeit der unter Schutz stehenden Saatkrähe beginnt, werden in Unterschleißheim in Wohngebieten wieder deren Nester abgeräumt. Das lautstarke Krächzen vor den Fenstern raubt den Anwohnern den Schlaf. Die Stadträte haben im Umwelt- und Verkehrsausschuss sowie im Bau- und Grundstücksausschuss einstimmig beschlossen, erneut etwas gegen den „unzumutbaren Lärm“ zu tun.

Krähen-Plage in Bayern: Nester werden abgeräumt

Schon in den Jahren 2020 und 2021 ließ die Stadt die Nester beseitigen. Am S-Bahnhof Lohhof und am Valentinspark hatten sich die Vögel breit gemacht. Eine Diplom-Biologin, die kontinuierlich die Bestände zählt, berichtete der Stadtverwaltung nun, dass die Gesamtzahl der Nester im Stadtgebiet deutlich abgenommen habe, verglichen mit den Jahren 2018 bis 2021. Die Vertreibung an den bekannten „Hotspots“ zeige Erfolge, allerdings hätten sich, wie erwartet, neue Splitterkolonien gebildet. Am Waldfriedhof hätten die Klagen aber nachgelassen.

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Krähen-Plage in Bayern - Warten auf die Erlaubnis

Nach der Vergrämung bauen die Vögel oftmals neue Nester. Stark betroffen sind noch immer die Anwohner der Raiffeisen- und St. Benedikt-Straße, wo die Plagegeister im Frühjahr scharenweise nisteten. Schon einmal wurden dort bis auf zwei alle Nester abgeräumt, trotzdem zählen Anwohner jetzt wieder 14 Nester. Doch wie viele wären es, ohne die Intervention?

35.000 Euro für Vergrämung

Im Jahr 2022 wurde die kostspielige Vergrämung unterbrochen. Nun will man die Bekämpfung fortsetzen, sobald die Erlaubnis der Regierung von Oberbayern vorliegt. Noch wirkungsvoller als das Abräumen der Nester wäre es wohl, alle Eier bis auf eins durch Gipseier zu ersetzen, aber das ist bislang verboten, ebenso wie das Bejagen der Saatkrähen.

SPD-Stadtrat Thomas Breitenstein hält es für nötig, den Landtag um Hilfe zu bitten, doch vorerst werden wieder Nester abgeräumt. Das hält auch FB-Stadtrat Martin Reichart für nötig, es seien viele Beschwerden zu hören gewesen, der Lärm sei „unzumutbar“: „Dann haben sie erstmal mit dem Nestbau genug zu tun und müssen sich nicht so intensiv der Produktion von Nachwuchs widmen.“

Die Stadt reserviert für die Verbrämung bis zu 35 000 Euro im Haushalt 2023. Da sich die meisten Saatkrähen-Populationen auf Privatgrund befinden, werden die Eigentümer an den Kosten beteiligt.

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