Erste Bundeswehr-Krippe

Kindergarten-Kompanie in Neubiberg

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Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (M) sitzt in einem Raum der Kinderkrippe der Bundeswehruniversität in Neubiberg neben Oberleutnant Patrick Schumitz (r) und seinem Sohn Oskar (2.v.r.), sowie neben Frau Leutnant Laura Bubl (4.v.r.) und ihrer Tochter Charlotte (l).

Neubiberg - Die erste Bundeswehr-Kita liegt in Neubiberg. Dort hat Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) am Montag die Kinderkrippe "Campus-Küken" eröffnet.

Sie besuchte die Truppen in Afghanistan und sah den Krieg. Aber gestern zeigte Ursula von der Leyen (55) in Neubiberg, warum sie die Mutter der Kompanie ist!

Sieben Kinder hat die Verteigungsministerin zur Welt gebracht. Gestern schenkte sie auch der Bundeswehr ein Baby: In der Neubiberger Kaserne eröffnete von der Leyen die erste Kinderkrippe überhaupt auf militärischem Boden. 36 Kinder im Alter bis zu drei Jahren werden dort ab sofort von den Johannitern betreut – die Soldaten soll dieses Angebot im Dienst entlasten. Einen Kindergarten gibt es bereits auf dem Gelände.

Die Liebe zu den Kindern und die zum Vaterland: Bislang war das ein schwierig zu vereinendes Thema für die Bundeswehr. „Aber wir haben die Lösung“, sagte von der Leyen. Hier arbeiten und studieren aktuell 3000 Soldaten – etwa 300 von ihnen haben Kinder. Die neue Krippe steht Studierenden, Lehrpersonal und Angestellten der Uni für deren Kleinkinder zur Verfügung.

In zwölf Monaten wurde die Krippe gebaut, nun steht der weiße Flachbau neben dem Casino – hier toben die 36 Campus-Küken. Mission Kinderbetreuung: Innen riecht es nach frischem Holz, die Gruppenräume haben große Fenster, durch die viel Licht strahlt. „Ich habe eine tolle Krippe besichtigt“, sagt die Verteidigungsministerin. „Es ist alles da, was notwendig ist, um Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen.“ 2,4 Millionen Euro kostete das Projekt, das bereits vor ihrer Amtszeit geplant wurde. Von der Leyen prophezeit: „Die Nachfrage wird rasant steigen.“

Das sagen die Soldaten

"Gutes Gefühl"

Mit dieser Kita hat eine neue Ära in der Bundeswehr begonnen. Es ist gut zu wissen, dass es Verständnis für unseren Dienst gibt und dass unsere Kinder nun so professionell versorgt werden. Es nimmt uns eine große Last. Wir können uns nun voll auf unseren Dienst konzentrieren.

Oberleutnant ­Heidi Jörend

Tolles Konzept

Die neue Kita entlastet mich sehr. Ich weiß, wo mein Kind ist, während ich im Dienst bin – das gibt mir ein Gefühl von Sicherheit. In der Kaserne gibt es für mich jetzt kurze Wege, der Organisationsaufwand ist gering. Ich hoffe, dass die Bundeswehr dieses ­Konzept bundesweit übernehmen wird.

Leutnant Christopher ­Richter (30)

Es wird leichter

Ich habe meinen Mann in der Grundausbildung kennengelernt, er arbeitet auch hier auf dem Campus. Für mich ist es schön, dass ich nach der Eingewöhnung unseres Sohnes weiterstudieren kann. Eltern sein ist mit dem Soldatenberuf schwer vereinbar. Jetzt wird es ein Stück einfacher. Ich hoffe, dass es bald auch Teilzeit-Arbeitsmodelle gibt.

Leutnant Yvonne ­Serafin (24)

Kita-Mangel in der Stadt

Nun kümmert sich auch die Bundeswehr um Kinder – aber wie ist die Situation in unserer Stadt? „Der Ausbau der Kitas wird vorangetrieben, hinkt aber stetig dem steigenden Bedarf hinterher“, sagt Cornelia Spachtholz vom Verband berufstätiger Mütter. Sowohl bei firmeneigenen als auch städtischen Kitas gilt: „Platzangebot und Öffnungszeiten müssen flexibler werden und sich an die realen Arbeitsverhältnisse der Eltern anpassen.“ Die Infrastruktur müsse wachsen. „Auch die Ferienzeiten sind nach wie vor ein großes Problem für Eltern“ – vor allem, wenn unterschiedlich alte Geschwister verschiedene Kitas oder schulische Einrichtungen besuchen.

Andreas Thieme

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