Urteil vor dem Schwurgericht

Mesner-Mord: Lange Haft für Christian R. 

Blumen und Kerzen für Simone R. Ihr Ehemann hat sie brutal erstochen.

Neubiberg - Das Urteil ist gefallen: Mesner Christian R. muss lebenslänglich hinter Gitter, weil er seine Frau Simone vor den Augen der gemeinsamen Kinder brutal erstochen hat.

Christian R. (37) starrt regungslos auf den Tisch, als der Vorsitzende Richter Michael Höhne noch einmal die grausame Tat schildert. Wie der Mesner aus Neubiberg das Messer zurecht gelegt, wie er seine Frau Simone (35) über die Treppenbrüstung geworfen und sie mit 21 Messerstichen getötet hat. Nur wenn Höhne von den Kindern (acht und vier Jahre) spricht, die den Mord mitansehen mussten, dann regt sich Christian R. Er sinkt ein, er zuckt, er nickt. Denn er hat nicht nur seine Frau erstochen, er hat auch die Seelen seiner Söhne zerstört.

Auch deshalb spricht das Landgericht München I am die höchstmögliche Strafe gegen Christian R. aus. Wie der Münchner Merkur berichtet, verurteilte es ihn wegen Mordes zu lebenslanger Haft und stellt zusätzlich die besondere Schwere der Schuld fest. Damit kann Christian R. nicht darauf hoffen, nach 15 Jahren wieder aus dem Gefängnis entlassen zu werden.

„Männer sind stark. Frauen sind schwach. Deshalb können Männer Frauen töten“, zitiert der Vorsitzende den älteren Sohn des Angeklagten. Dieser Satz sei „die traurige Erkenntnis“ eines Sechsjährigen, der mitansehen musste, wie sein eigener Vater seine Mutter tötete. Genau das hält das Gericht für besonders verwerflich.

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Christian R. nickt, als Höhne von den „immensen Tatfolgen“ spricht. Davon, dass er es vermeiden hätte können, die Tat vor den Augen der Kinder zu begehen. Davon, dass selbst das „bitterliche Weinen und Flehen“ der Kinder kein Anlass für ihn war, von seiner Frau abzulassen. Der ältere Sohn hatte seinen Vater angefleht: „Papa, hör auf, die Mama ist doch eh schon kaputt.“

Doch Christian R. hat wie von Sinnen immer weiter auf seine Frau eingestochen. Und das nur, weil sie sich von ihm trennen wollte. Die Ehe war bereits seit Längerem zerrüttet. Ein zweites Kind sollte die Ehe kitten. Doch das Gegenteil war der Fall. Den Trennungwunsch seiner Frau wollte Christian R. auf keinen Fall akzeptieren – „aus rein ich-bezogenen Gründen“, sagt das Gericht. „Hat sich die Tat für ihn rentiert?“, fragt er gegen Ende der Urteilsbegründung. Die Antwort gibt der Angeklagte selbst: Er schüttelt den Kopf.

Nina Gut

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