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Schwerer Schlag gegen Russen-Oligarch Usmanow: Ukraine stellt 160.000 Tonnen Eisenerz sicher

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Von: Klaus Wiendl

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Alischer Usmanow
Die Ukraine hat Vermögenswerte des russischen Oligarchen Alischer Usmanow beschlagnahmt. © Yuri Kochetkov/EPA/dpa

Der Ukraine soll ein schwerer Schlag gegen den Oligarchen Usmanow und die russische Eisenindustrie gelungen sein. Erz sollte nach Russland geschmuggelt werden.

Update vom 28. Dezember, 16:00 Uhr: Jetzt äußerte sich der Unternehmer und Kreml-Freund Alisher Usmanow zu der Konfiszierung des Eisenerzes. Über eine Presseerklärung des Unternehmens „Metalloinvest“, an dem er 49 Prozent der Firmenanteile hält, bezichtigt er die Ukraine der Falschinformation und Irreführung. Die Beschlagnahme der kriegswichtigen Fracht – laut der Mitteilung bestimmt für ausländische Kunden – sei bereits im Februar dieses Jahres „ohne jegliche Rechtsgrundlage“ passiert. Dass diese Enteignung erst nach fast einem Jahr vom Geheimdienst „offiziell bekannt gegeben wurde“, spricht in seinen Augen ausschließlich „für die PR-Ziele dieser Aktion“. Dementiert hat Usmanow die Beschlagnahmung der Vermögenswerte nicht.

Erstmeldung vom 28. Dezember, 9:39 Uhr:

Rottach-Egern – Laut einem ukrainischen Medienbericht seien in mehreren Seehäfen des Landes geheime Lager mit mehr als 160.000 Tonnen Eisenerz entdeckt worden. Sie sollen dem Konzern USM des russischen Milliardärs und Unternehmers Alisher Usmanow gehören. Der Wert der konfiszierten Ware wird laut ukrainischer Internetplattform korrespondent.net auf über 50 Millionen Euro beziffert. Verifizieren lässt sich diese Nachricht des Sicherheitsdienstes der Ukraine noch nicht.

Usmanows Eisenerz sollte nach Russland geschmuggelt werden

Sollte diese Meldung den Tatsachen entsprechen, wäre dies ein weiterer herber Schlag gegen den Putin-Vertrauten Usmanow (69). Er steht seit Anfang März wegen seiner Nähe zum Kriegstreiber Wladimir Putin auf der EU-Sanktionsliste. Am 20. September standen am Tegernsee in Bayern vier Villen, die Usmanow zugeschrieben werden, im Mittelpunkt einer großangelegten Razzia deutscher Ermittler. Sie interessierten sich auch für seine Konten bei zwei Filialen der Schweizer Großbank UBS in Frankfurt und in München. Es soll um über 90 Geldwäscheverdachtsanzeigen bei deutschen Geldinstituten gehen, außerdem um etwa eine halbe Milliarde Euro an hinterzogenen Steuern.

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Und nun, wie kurz nach Weihnachten bekannt wird, geht es um versteckte Rohstoffe in der Ukraine, die offenbar nach Russland geschmuggelt werden sollten, so der Online-Dienst. Er zitiert den Sicherheitsdienst der Ukraine: „Es wurde festgestellt, dass die aufgedeckte Partie Eisenerz dem Unternehmen des russischen Oligarchen Alisher Usmanov gehört, der Mitglied der obersten militärischen und politischen Führung des Kremls ist“, so der Sicherheitsdienst. „Nach operativen Informationen haben Vertreter des Aggressorlandes versucht, die versteckten Rohstoffe auf dem Seeweg auf das Territorium Russlands zu schmuggeln. Die Mineralien sollten dann an die russische metallurgische Industrie und den militärisch-industriellen Komplex weitergeleitet werden, um den Bedarf der russischen Besatzungstruppen zu decken“, schreibt der Sicherheitsdienst der Ukraine weiter. Die Übertragung dieser aufgedeckten Vermögenswerte Usmanows an die Ukraine werde derzeit geprüft, da diese aus „Korruption und anderen Verbrechen“ stammen würden, so die ukrainische Version.

Usmanows Konzern besitzt zweitgrößte Reserve an Eisenerz auf der Welt

Tatsache ist, dass der russisch-usbekische Oligarch Mehrheitsanteile an dem Konzern „Metalloinvest“ hält. Das Unternehmen hat Stahlwerke in der Nähe von Belgorod und in der Oblast Orenburg im Ural. Usmanows Unternehmen „Metalloinvest“ ist Russlands größter Eisenerzproduzent und steht bei den Reserven weltweit an zweiter Stelle. In einem Statement gegenüber dieser Zeitung schrieb Usmanow im Sommer: „Ich bin Aktionär mehrerer großer Unternehmen, die Zehntausende von Menschen beschäftigen. Sie sind auch führend in der Metallurgie“.

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