Krisengespräch nach Eklat

Bei Jugendfußballturnier: Eltern prügeln sich, Vater beißt Schiri 

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600 fußballbegeisterte Buben und Mädchen spielten am Wochenende beim E-Jugend-Turnier in Schwabhausen.

Bei einem Jugendfußballturnier in Schwabhausen ist es zu einer wüsten Rauferei gekommen. Mehrere Eltern prügelten sich am Spielfeldrand, dann wurde der Schiedsrichter gebissen. Nun wird der Fall aufgearbeitet – in einem Krisengespräch.

Update vom 26. Juli: Die Beteiligten sollen zu einem klärenden Gespräch zusammenkommen. Dafür kommt ein Experte des Bayerischen Fußballverbandes nach Petershausen. 

Schwabhausen – Bis Sonntagnachmittag herrschte auf der Sportanlage des TSV Schwabhausen eitel Sonnenschein. Insgesamt neun Turniere wurden am Wochenende ausgespielt, die Kinder hatten einen Riesenspaß. Doch bei den Platzierungsspielen eines E-Jugend-Turnieres kam es nach dem Sieben-Meter-Schießen zu einem handfesten Streit. Zwei Eltern gingen aufeinander los, Trainer und Schiedsrichter versuchten einzugreifen. Nun ermittelt die Polizei.

Eskalation beim Sieben-Meter-Schießen

Es ging um Platz fünf und sechs, die Teams des SV Petershausen und des TSV Indersdorf erzielten während der regulären Spielzeit jeweils ein Tor, so dass im Sieben-Meter-Schießen der Sieger ermittelt werden musste.

„Schon während des Schießens hat wohl der Schiedsrichter einen lautstarken Vater aus Petershausen ermahnt, leise zu sein und die Kinder nicht zu stören“, berichtet Sven Rössner, Jugendleiter des TSV Indersdorf. Er war zwar nicht selbst vor Ort, sprach aber sofort nach den Vorkommnissen mit den Beteiligten. Der letzte, verschossene Strafstoß musste wiederholt werden, weil der Referee den Ball noch nicht freigegeben hatte. Diesmal traf der Bub, Indersdorf gewann das Spiel. Das war offenbar zu viel für einen Petershausener Spielervater: Er ging auf Spielereltern des TSV Indersdorf los. „Sie haben sich auf dem Rasen gewälzt und geprügelt“, hat Rössner von dem E-Jugend-Trainer erfahren. Dieser sowie mehrere Zuschauer hätten versucht, die Schläger zu trennen. Als auch der Schiedsrichter eingriff, wurde er von dem aggressiven Vater aus Petershausen in die Hand gebissen. Polizei und Krankenwagen wurden alarmiert. Der Schiedsrichter musste in der Klinik behandelt werden. Die anderen Beteiligten erlitten Kratzer im Gesicht. Wer angefangen hat, sei laut Polizei noch unklar.

SV Petershausen sucht Gespräch mit dem Spielervater

Der SV Petershausen nimmt den Vorfall mehr als ernst: „Ich bin sprach- und fassungslos“, sagt Fußball-Abteilungsleiter Daniel Lettmair. „Wir distanzieren uns als Verein vom Verhalten des Spielervaters und werden es sanktionieren.“ Am Donnerstag soll ein Krisengespräch mit dem Vater, Vereinsvertretern, dem Verantwortlichen des Bayerischen Fußballverbands sowie einem BFV-Mediator stattfinden. Da der Vater kein Mitglied ist, kann er nicht aus dem Verein geworfen werden, lediglich der Sohn sei im SV.

„Wir müssen rechtlich prüfen, was für Möglichkeiten wir haben“, sagt Lettmair. Je nachdem, wie der Vater sich weiter verhält, wird zudem untersucht, ob ein Platzverweis bei Heim- und Auswärtsspielen ausgesprochen werden kann. „Aber wer soll das überprüfen? Das kann ich meinen Trainern und Betreuern nicht aufhalsen“, erklärt der Abteilungsleiter. Bei einem Vereinswechsel des Kindes könnte zudem das Problem mit dem Vater einfach weitergereicht werden – das will Lettmair auch nicht. Der Spielervater sei bislang zwar immer „mit Engagement dabei gewesen“, allerdings noch nie handgreiflich geworden. „Ich bin so gestrickt, dass man klären muss, wie es dazu kommen konnte.“

Besonders leid tue ihm die Sache für die Kinder, die die Prügelei miterleben mussten. „Wir werden den Fall mit ihnen noch einmal aufarbeiten.“ Auch beim Ausrichter, dem TSV Schwabhausen, habe sich der Verein entschuldigt. Nun ist der Vorfall Sache der Polizei, die zunächst alle Zeugen vernehmen muss. Wie es mit dem aggressiven Vater weitergeht, entscheidet sich am Donnerstagabend.

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