Nachdem er auf Polizisten feuerte: 38-Jähriger stirbt bei Schusswechsel mit dem SEK

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Vater unter Verdacht

Baby fast tot geschüttelt!

München - Im südlichen Münchner Landkreis soll ein junger Mann sein nur zwei Monate altes Kind so sehr geschüttelt haben, dass es ein Hirnödem erlitten hat. Das Kind schwebt in Lebensgefahr.

Baby Lara (Name geändert) war gerade mal einen Monat alt – da landete die Kleine im November bereits mit auffälligen Verletzungen im Harlachinger Krankenhaus. Es sah aus, als ob der Säugling geschlagen worden sein könnte. Doch die jungen Eltern fanden eine vielleicht nicht ganz schlüssige, aber doch immerhin mögliche Erklärung für das Verletzungsbild. Und so durfte Lara bald wieder heim. Das war vor etwa drei Wochen.

In der Nacht zum 2. Dezember musste Lara wieder ins Krankenhaus. Diesmal mit dem Notarzt. Sie war bereits bewusstlos, musste direkt nach der Einlieferung im Haunerschen Kinderspital früh um 4 Uhr sofort an einem lebensbedrohlichen Hirnödem operiert werden.

Nachdem die weiteren Ursachen keine natürliche Erklärung für das Krankheitsbild ergaben und aus Sicht der Ärzte ein dringender Verdacht auf ein sogenanntes „Schütteltrauma“ nicht ausgeschlossen werden konnte, verständigte man am vergangenen Wochenende die Polizei. Am Sonntag wurde die Mordkommission eingeschaltet.

Bereits am Montag wurden beide Eltern von den Mordermittlern vernommen. Am Ende dieser Vernehmung wurde der Vater (22) – ein derzeit arbeitsloser Telekommunikationstechniker aus Sauerlach – unter Totschlagsverdacht verhaftet. Die Beamten glauben, dass er sein knapp zwei Monate altes, schutzloses Töchterchen extrem geschüttelt und dem Kind dabei die gefährliche Kopfverletzung zugefügt hat.

Lara liegt noch immer auf der Intensivstation und ringt um ihr Leben. Das kleine Mädchen war im Oktober zur Welt gekommen. Die jungen Eltern hatten sich sehr gefreut. Doch schon bald holte der Alltag mit einem häufig schreienden Baby die beiden ein. Was am Abend des ersten Dezember in der Wohnung in Sauerlach genau geschah, versucht die Mordkommission gerade zu ergründen.

Laut vorläufiger Stellungnahme des Instituts für Rechtsmedizin der Universität besteht ein dringender Verdacht, dass das Hirnödem durch das Schütteltrauma entstanden ist. Die Polizei geht davon aus, dass der Vater den Tod seiner Tochter zumindest in Kauf genommen hat. Aufgrund dieser Ergebnisse erließ der Ermittlungsrichter den Haftbefehl. Zur Zeit steht noch nicht fest, ob Lara überleben wird. Wenn sie es übersteht, wird die Kleine voraussichtlich bleibende Schäden davontragen.

Dorita Plange, Jacob Mell

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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