Familienvater kämpft mit bewaffnetem Räuberpaar

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Wilfried K. fiel mit dem Hausherrn die Treppe hinunter, Conny B. kannte die Wohnung der Opfer - sie hatte dort geputzt

München - Ein Familienvater hat es im Schlafzimmer mit einem bewaffneten, maskierten Räuberpärchen aufgenommen. Eine der Einbrecherinnen war die ehemalige Putzfrau.

 „Papa, wann kommen die bösen schwarzen Leute wieder?“ Die Kinder einer siebenköpfigen Unternehmer-Familie aus der Nähe von Wolfratshausen leiden noch immer unter einem Horror-Überfall in der Nacht zum 23. Juni 2010. Bewaffnet und maskiert waren die beiden Täter ins Schlafzimmer der Eltern eingedrungen!

Jetzt wird dem Räuber-Paar Conny B. (36) und Wilfried K. (39) vor dem Landgericht München II der Prozess gemacht. Der 47-jährige Vater war gegen 1.20 Uhr aufgestanden, um zur Toilette zu gehen. „Da bin ich plötzlich zwei schwarzen Gestalten gegenübergestanden“, berichtete er am Dienstag im Zeugenstand. „Sie hatten schwarze Masken auf.“ Nach dem ersten Schrecken habe er nur noch einen Gedanken gehabt: „Ich wollte sie aus dem Schlafzimmer drängen.“

Es kam zum Gerangel: „Wir sind zusammen die Treppe runtergestürzt.“ Ohne Rücksicht auf eigene Verletzungen attackierte der Hausherr die Eindringlinge erneut, um seine Frau und seine Kinder vor den Verbrechern zu schützen: „Ich wollte sie nur raus haben.“ Plötzlich zog die maskierte Frau eine Pistole. Dass diese nicht echt war, konnte der 47-jährige Mann nicht erkennen: „Ich hatte nur einen Gedanken: Schießt sie oder schießt sie nicht?“

Über die Gefahr habe er in diesem Augenblick nicht nachgedacht. Er stürzte mit dem männlichen Täter erneut die Treppe runter. Das Räuberpärchen flüchtete. Der Zeuge: „Die Angst kam erst hinterher.“ „Ich habe gleich gewusst, dass es die Conny ist“, sagt die 44-jährige Ehefrau des Unternehmers.

Sie hatte Conny B. vor etwa sechs Jahren als Putzfrau beschäftigt. Die 36-jährige hatte deshalb gewusst, dass sich im Schlafzimmer der Opfer ein Tresor befindet. Die Täterin konnte noch in derselben Nach mit ihrem Lebensgefährten Wilfried K. in Penzberg festgenommen werden. Der Prozess gegen das Räuber-Paar geht weiter.

E. Unfried

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