Schläge und Beschimpfungen

Vater als Pädophiler attackiert: Polizisten rätseln

Freising - Beim Spaziergang mit seiner zehnjährigen Tochter ist ein Mann in Freising bei München als Pädophiler beschimpft und geschlagen worden.

Dieser Vorfall macht selbst erfahrene Polizisten sprachlos! Beim Spaziergang mit seiner zehnjährigen Tochter ist ein Mann in Freising als Pädophiler beschimpft und geschlagen worden.

Drei junge Männer im Alter (zwischen 18 und 23) waren dem 50-Jährigen und seiner Tochter am Freitagabend gefolgt und hatten auch eine Anwohnerin auf die Situation aufmerksam gemacht. Wie die Polizei mitteilte, schloss sich die Frau gemeinsam mit einem Nachbarn dem Verfolgertrupp an. Schließlich sprach die Gruppe den Vater an, beschimpfte ihn als Kinderschänder. Der hinzukommende Freund der Anwohnerin soll dem Vater laut Polizei ins immerhin so stark ins Gesicht geschlagen haben, dass er aus der Nase blutete! Dabei wollte sich der Ingolstädter nur mit seiner Tochter die Zeit vertreiben, während seine Frau einen Fortbildungskurs absolvierte.

Die Anwohnerin schilderte der tz gestern allerdings eine andere Version: Danach habe der Mann das schreiende Kind mit Gewalt hinter sich hergezogen. „Ich sprach ihn an, als er mit ihr an der Bushaltestelle saß. Weder das Mädchen noch er wollten uns sagen, ob sie Vater und Tochter sind. Daraufhin wollte ich das Mädchen zu mir ziehen. Aber der Mann schubste mich weg. Dann ging mein Freund dazwischen und schubste ihn zurück. Das war alles“, so Maria G. (25, Name geändert).

Die Freisinger Polizei steht vor einem Rätsel: „Wir können die Motivation der drei jungen Burschen und des Mannes, der schließlich zugeschlagen hat, überhaupt nicht nachvollziehen“, sagte Polizeihauptkommissar Thomas Baumgartner dem Freisinger Tagblatt. Der Vater sei zwar alkoholisiert gewesen, habe sich aber völlig normal verhalten – „schließlich gehen in Deutschland täglich Tausende von Vätern mit ihren Töchtern spazieren. Die werden auch nicht beschimpft und geschlagen“. Aufmerksam zu sein, sei zwar schon richtig. Aber statt Selbstjustiz zu üben, müsse man die Polizei einschalten, wenn man etwas Verdächtiges beobachte oder einen Vorfall nicht einschätzen könne. Hier aber sei die Sache eskaliert. Baumgartner: „So etwas hatten wir hier noch nie.“

JAM/HOB

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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