Am S-Bahnhof Vierkirchen

Hals- und Beinbruch auf dem Weg zum Zug? Pendlerin klagt über vereiste Bahnhof-Treppe

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Bittet andere Fahrgäste um Hilfe: Margret Meir ist gehbehindert.

Eine völlig vereiste Treppe am S-Bahnhof Vierkirchen: Diese Situation fanden Pendler am Montag vor. Eine Pendlerin klagt an: „Es ist nahezu unmöglich, sicher den Bahnhof verlassen zu können.“

DachauVereiste Treppen und Rampen an Bahnhöfen in Dachau können Menschen mit einer Behinderung vor große Probleme stellen. Die Dachauerin Margret Meir beschwert sich: Schnee und Glatteis an Bahnhöfen sei gefährlicher Alltag im Winter. Die Bahn wehrt sich: Die Situation am Montag in Vierkirchen sei eine Ausnahme gewesen.

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Seit neun Jahren pendelt die Dachauerin Margret Meir zwei- bis dreimal pro Woche mit der S-Bahn nach Vierkirchen, um ihren Lebensgefährten zu besuchen, der im betreuten Wohnheim in Ebersbach wohnt. Die 63-Jährige ist seit zwei Jahren gehbehindert und deshalb auf die öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen.

Zu dieser Jahreszeit bereiten ihr Schnee und Glatteis größte Mühen und Sorgen. Besonders prekär schildert die ehemalige Servicemitarbeiterin die Situation am Montag am Vierkirchner Bahnhof: „Nicht nur der Bahnsteig ist vereist. Sondern auch die Zugänge zur Bahn.“ Das sei laut der 63-Jährigen aber keine Ausnahme, sondern bei diesen Temperaturen und Witterungsbedingungen eher gefährlicher Alltag. Da es keinen Aufzug gibt, stehen nur noch die vereiste Treppe oder die Rampe zur Auswahl. Die Rampe werde auch nicht geräumt – und wenn doch, dann werde der Schnee nur zur Seite geschoben, sodass sie sich nicht mal mehr am Geländer stützen könne, beschreibt Meir die Umstände. „Es ist nahezu unmöglich, sicher den Bahnhof verlassen zu können,“ klagt sie. Die Frührentnerin ist angewiesen auf die Hilfe von Taxifahrern, die sie vom Bahnsteig abholen, oder auf hilfsbereite S-Bahn-Fahrgäste. Diese bittet sie bereits schon während der Fahrt um Unterstützung. Mit diesem Problem dürfte sie nicht die Einzige sein.

Eine Sprecherin der Deutschen Bahn erklärt, dass es sehr wohl eine Einsatzplanung gebe, die die Räumung von Schnee und Eis an Bahnhöfen organisiert und versichert: „Jeder Bahnhof wird von unserem Subunternehmen angefahren. Manche früher, andere eben erst später.“ Angesprochen auf die Situation am vergangenen Montag am Vierkirchner Bahnhof, räumte sie zumindest ein einmaliges Versäumnis ein: „Man muss nachvollziehen, dass extreme Verhältnisse auch einen außerplanmäßigen Arbeitsaufwand fordern.“ Wie berichtet, arbeiten sich die Teams von Bahnhof zu Bahnhof durch. Die Deutsche Bahn betont, dass sie Bahnreisenden für jede Rückmeldung bezüglich der Situationen an Bahnhöfen dankbar ist.

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Generell ist die Situation an den 14 Bahnhöfen im Landkreis nicht sehr behindertenfreundlich: Lediglich an drei Bahnhöfen im Landkreis ist ein Aufzug vorhanden: Dachau, Hebertshausen, Petershausen. An den anderen ist der Zugang zum Bahnsteig nur über eine Rampe möglich. Schnee und Glätte stellen somit nicht nur für Fahrgäste mit Einschränkungen oder Senioren eine nicht zu unterschätzende Rutschgefahr dar.

Margret Meir hofft indes, dass die Räumarbeiten an Tagen, an denen viel Schnee fällt, schnell abgeschlossen werden, damit jeder Fahrgast trittsicher zur Bahn gelangt und der Weg zum öffentlichen Verkehrsmittel barrierefrei bewältigt werden kann – auch noch bevor der nicht nur deshalb ersehnte Frühling kommt. 

Manfred Sedlbauer

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