26-Jährige schleppte sich zum Flughafen

Vergewaltigung in Hallbergmoos: So irrte das Opfer durch die Nacht

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Fast fünf Kilometer legte das Vergewaltigungsopfer in der eiskalten Nacht zurück.

Ihre verzweifelten Hilfeschreie waren schon von Weitem zu hören. Ein Jogger fand eine 26 Jahre alte Spanierin am frühen Samstagmorgen am Rande eines Schotterwegs, der am Zaun des Münchner Flughafens entlangführt.

München - Entkräftet, unterkühlt und völlig orientierungslos – die Frau ist Opfer eines Vergewaltigers geworden! Kurz nachdem sie das Hallbergmooser Volksfest verlassen hatte, schlug der Täter zu. Davon ist auch die Erdinger Kriminalpolizei überzeugt, die die Ermittlungen aufgenommen hat.

„Wir gehen von einem schweren Sexualdelikt aus“, sagt Polizeisprecher Andreas Aichele. Völlig verwahrlost ließ der Vergewaltiger die junge Frau zurück. In der Nacht herrschen derzeit noch Temperaturen um den Gefrierpunkt. Hätte sie der Jogger gegen 6.30 Uhr zwischen dem Übungsplatz der Flughafen-Feuerwehr und dem südlichen Aussichtshügel nicht gefunden: Wer weiß, ob das Opfer diesen Angriff überlebt hätte…

Die Ermittler stehen mit ihrer Arbeit noch am Anfang und müssen gleich mehrere Rätsel lösen: Das spätere Opfer, das in einem nahe gelegenen Hotel arbeitet, hatte am Freitagabend mit Arbeitskollegen auf dem Hallbergmooser Volksfest gefeiert. Mehrere Begleiter erinnern sich an zwei Männer, die sich angeregt mit der jungen Spanierin unterhielten und dabei immer aufdringlicher wurden. Erst als sie von der Frau zurechtgewiesen wurden, ließen sie von ihr ab, entschuldigten sich und verschwanden. Gegen Mitternacht, so sagen ihre Kollegen, habe sie das Volksfest zu Fuß verlassen. Haben die beiden Männer der Südländerin aufgelauert und sie brutal vergewaltigt?

Fast fünf Kilometer zurückgelegt

Polizeisprecher Aichele: „Wir haben derzeit keine Erkenntnisse, dass es sich um zwei Täter handelt. Beide kommen aber als Tatverdächtige in Betracht.“ Nach Zeugenangaben seien die gesuchten Männer offenbar arabischer Abstammung, sprechen gebrochen Deutsch und Englisch. Einer der beiden ist zwischen 20 und 30 Jahre alt, mollig und trägt kurze gelockte Haare. An jenem Freitagabend trug er ein weißes T-Shirt mit rotem Aufdruck. Sein Begleiter ist schlank, hat kurze schwarze Haare und einen Oberlippenbart. Nach Zeugenangaben trug er eine schwarze Lederjacke.

Wo genau sich der Überfall ereignete, ist nicht klar. „Es ist möglich, dass die Frau in den Stunden danach ohne Orientierung umherirrte“, sagt Aichele. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Tat zwischen Mitternacht und zwei Uhr morgens passierte. Als der Jogger die erschöpfte Frau fand, waren also mindestens viereinhalb Stunden vergangen. Da hatte die 26-Jährige fast fünf Kilometer zurückgelegt.

Johannes Heininger

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