Verhandlung

Vergewaltigung unter Männern vor Gericht

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Beispielfoto: Statue der Justitia

Hat ein Gautinger seinen Freund aus dem westlichen Landkreis vergewaltigt? Mit dieser Frage musste sich jetzt das Brucker Amtsgericht beschäftigen.

Fürstenfeldbruck –  Der 22-jährige Angeklagte war 2016 mit dem mittlerweile 18-Jährigen aus dem westlichen Landkreis liiert. Nach dem Ende der Beziehung im Herbst 2016 soll es bei einem Treffen der beiden zu der Vergewaltigung gekommen sein. Der Gautinger hatte stets jegliche Schuld bestritten, hatte immer wieder beteuert, alles sei einvernehmlich gewesen.

Aussage vor Gericht bringt Klarheit

Die beiden Männer sind bis heute befreundet. Im Frühjahr 2017 hatte der 18-Jährige zudem versucht, bei der Staatsanwaltschaft seine Anzeige zurückzunehmen. Doch Richter und Staatsanwältin waren zunächst skeptisch. Denn nach der Anzeige des 18-Jährigen hatten die beiden zunächst keinen Kontakt mehr. Monate später aber nahm der Angeklagte wieder Kontakt zu dem 18-Jährigen auf. „Sie haben gemerkt es wird eng, könnte die Erklärung für die Kontaktaufnahme sein“, hielt der Richter dem 22-Jährigen vor Augen.

Die Aussage des 18-Jährigen, der unter Ausschluss der Öffentlichkeit, mit einer Rechtsanwältin zur Unterstützung an der Seite, vernommen wurde, brachte dann Klarheit. Zwar ist nach einer Gesetzesänderung für eine Verurteilung wegen Vergewaltigung Gewaltanwendung nicht mehr Voraussetzung, erläuterte der Richter in seiner Urteilsbegründung. Doch auch ein „nein“ ist nicht ausreichend, vielmehr muss der Geschlechtsverkehr gegen den erkennbaren Willen des Opfers geschehen sein.

Dies war hier nicht der Fall. Zwar habe der 18-Jährige erklärt, er wolle nicht, habe aber den Geschlechtsverkehr nicht passiv erduldet, sondern aktiv durchgeführt, hieß es weiter in der Urteilsbegründung. Richter, Staatsanwältin und Verteidiger waren sich daher einig, der Angeklagte ist frei zu sprechen. sus

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