Täter kommt mit Bewährung davon

Romantische Neujahrsnacht wird zum Albtraum: Horror in Freisinger Hotelzimmer  

Es sollte eine Liebesnacht werden, doch die Neujahrsnacht wird für Uta K. (24) zum Horror. Jetzt steht ihr damaliger Freund, Robert V., wegen Vergewaltigung und gefährlicher Körperverletzung vor Gericht.

Freising– Den Kopf gesenkt verharrt Robert V. auf der Anklagebank. Er schämt sich furchtbar, traut sich nicht, seine Ex-Freundin Uta K. anzuschauen. Schwer  traumatisiert wartet sie noch immer auf eine Antwort, warum ihr Ex-Freund so ausgetickt ist. Den von V. angebotenen Täter-Opfer-Ausgleich hatte die 24-Jährige abgelehnt, weil er sich nicht mit den Geschehnissen auseinandersetzen wollte. Doch das kann der gebürtige Tscheche nach wie vor nicht: Er habe einen totalen Filmriss gehabt. Als er in der Zelle der Polizeiinspektion Freising aufwacht sei, habe er sich nur noch an das Feuerwerk erinnert. Was danach war – totale Leere. Zur Tatzeit wurde bei ihm eine Alkohol-Toxikation von 2,38 Promille festgestellt.

Sie schreit „Nein, das tut weh“ - vergeblich

Was war nun zum Jahreswechsel im Zimmer Nummer 17 einer Pension in Freising geschehen? V. hat dieses geordert, um mit seiner Uta allein zu sein. In der Wohnung, wo er mit seinem Bruder, seiner Mutter und dem Stiefvater (arbeitslos und Alkoholiker) wohnt, ist das nicht möglich – er selbst schläft im Wohnzimmer. Als die in München wohnende Uta K. gegen 22 Uhr in Freising eintrifft, hat sich ihr Freund mit Wodka mit Red Bull vollgedröhnt. So hatte sie ihn bis dahin noch nie erlebt.

Trotzdem kommt es auf dem Zimmer zu einem einvernehmlichen Geschlechtsverkehr – zumindest zunächst. Gemeinsam entscheidet man, neue Sexpraktiken auszuprobieren. Doch Ute K. hat dabei Schmerzen. Sie wehrt sich, doch auch ihr intensives „Nein, das will ich nicht, das tut weh“, realisiert V. nicht mehr. Um sein Ziel zu erreichen, hält er Uta K. Mund und Nase zu, sodass ihr kurzzeitig schwarz vor Augen wird. Da er aber von seinem Vorhaben – anal in sie einzudringen – nicht ablässt, wacht sie vor Schmerzen wieder auf. Völlig panisch gelingt es ihr, barfuß und fast nackt, nur mit Hose bekleidet, auf die Straße zu flüchten. In verstörtem Zustand wird sie gegen 4 Uhr von Personen angetroffen, die von einer Silvesterfeier heimfahren, und die auch sofort die Polizei und den Rettungsdienst verständigen.

Auch drei Monate später bekommt sie noch Weinkrämpfe

Wie sehr Uta K. nach wie vor unter den Erlebnissen aus der Silvesternacht leidet, beschrieb ein Polizeibeamter bei der Verhandlung. Eine Befragung – drei Monate nach dem Vorfall – habe man wegen eines Weinkrampfes der 24-Jährigen unterbrechen müssen.

Nun wurde V. verurteilt - zu einem Jahr und drei Monaten auf Bewährung. Wieso das Urteil so milde ausfiel, lesen Sie hier auf merkur.de. 

Margit Conrad

Rubriklistenbild: © dpa

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