Tier-Drama in Erding

Plötzlicher Tod: 13 Rinder sterben im Stall

+
Symbolbild

Schwefelwasserstoff aus einer Güllegrube hat 13 Rinder in einem Stall vergiftet. Eine Expertin spricht von einer Verkettung unglücklicher Umstände. Fahrlässiges Verhalten des Landwirts wurde nicht festgestellt.

Erding– Auf einem Bauernhof im Stadtgebiet Erding ist es zu einem dramatischen Unfall gekommen. Am Ende waren 13 Rinder tot, darunter ein Kalb. Das bestätigt das Veterinäramt auf Nachfrage. Die Tiere wurden durch Schwefelwasserstoff vergiftet, der aus der Güllegrube entwichen war. Der Landwirt hatte Schwefel in den Odel gemischt, laut Veterinäramt bereits Wochen vor dem Zwischenfall. Beim Aufrühren der Gülle sei das toxische Gas entwichen.

„Das Veterinäramt hat den Vorfall geprüft und kein fahrlässiges Verhalten des Landwirts festgestellt“, berichtet Behördensprecherin Claudia Fiebrandt-Kirmeyer. Das giftige Gas führe in hoher Konzentration unverzüglich zum Tod. An sich riecht es streng nach faulen Eiern, lähmt aber auch den Geruchsnerv.

Von einer „Verkettung unglücklicher Umstände“ spricht Claudia Jakowatz vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) in Erding. Solche Fälle seien bekannt, sie persönlich habe bisher aber nur von diesem einen Ereignis gehört, erzählt die Landwirtschaftsoberrätin. Der Schwefelwasserstoff habe sich an einer Stelle im Stall gesammelt, an dem sich auch noch die Tiere aufhielten. Durch seine höhere Dichte als Luft sammelt sich das Gas am Boden. „Güllearbeiten sind immer gefährlich“, sagt Jakowatz. Nicht umsonst gebe es Warnschilder an vielen Ställen.

„Es ist durchaus üblich, dass man Schwefel auf landwirtschaftliche Flächen ausbringt“, erläutert Wolfgang Freinecker vom AELF Ebersberg auf Nachfrage. „Früher kam der Schwefel über die Luft“, sagt er – über den sauren Regen. Mittlerweile hätten aber Kraftwerke effiziente Schwefel-Filter. Daher müssten die Bauern etwas gegen den Schwefelmangel tun. Es sei denkbar, den Stoff der Gülle beizumischen, die auf die Felder ausgebracht wird. Das Streuen von schwefelhaltigem Mineraldünger „ist aber eher das Standardverfahren“, erklärt Freinecker.

Auch interessant

Meistgelesen

Mann rast mit Kleinbus in Wohnzimmer - erste Hinweise auf das Motiv
Mann rast mit Kleinbus in Wohnzimmer - erste Hinweise auf das Motiv
Auffahrunfall mit verheerenden Folgen: 29-Jähriger stirbt nach Frontal-Crash
Auffahrunfall mit verheerenden Folgen: 29-Jähriger stirbt nach Frontal-Crash
„Bei einer Wiederholung schiebe ich Ihre Sch***karre in den Gully“ - Unbekannter droht Anwohnern
„Bei einer Wiederholung schiebe ich Ihre Sch***karre in den Gully“ - Unbekannter droht Anwohnern
Blitz schlägt in Baum ein - Straßen unter Wasser: Feuerwehr nach Unwetter im Dauer-Einsatz
Blitz schlägt in Baum ein - Straßen unter Wasser: Feuerwehr nach Unwetter im Dauer-Einsatz

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.