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Vorsichtsmaßnahmen bei Gewitter

Nach Blitzeinschlag in Biergarten: So sollten Sie sich bei Gewitter am besten verhalten

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Da braut sich was zusammen: Wer beim Wandern ist, sollte immer den Himmel im Auge behalten und den Rückweg antreten, wenn – wie hier am Walchensee – ein Gewitter im Anmarsch ist. 

Gewitter können tödlich enden. Damit man auch bei Blitz und Donner gut geschützt ist, gibt es einige Dinge zu beachten. Die besten Tipps und Vorsichtsmaßnahmen.

Bad Tölz-WolfratshausenDer 48-jährigen Kellnerin, die am Samstag in Bad Tölz vom Blitz getroffen wurde, geht es mittlerweile wieder gut. Es war nicht die erste Patientin, die Dr. Hans-Wilhelm Gerbig an der Asklepios-Stadtklinik in Bad Tölz nach Blitzschlägen behandelt hat. Doch die drei weiteren Fälle, an die er sich erinnert, verteilen sich über die Zeit seit 1991 – so lange arbeitet der leitende Arzt der Notaufnahme schon am Tölzer Krankenhaus.

Schutz vor Gewitter: So sollten Sie sich verhalten

Häufige Folgen eines Blitzeinschlags seien Lähmungserscheinungen, Ohnmacht und Verbrennungen, sagt Gerbig. „Ein Blitzschlag ist wie ein heftiger Stromschlag. Gehirn und Rückenmark können beeinträchtigt werden, und es kann zu Herzrhythmusstörungen kommen.“ Betroffene müssten auf jeden Fall ins Krankenhaus und 24 Stunden beobachtet werden.

Keine rechte Erklärung gibt es für die sogenannte Arborisierung in Folge eines Blitzeinschlags: Am Rücken und von dort entlang der Rippen tritt eine Rötung ungefähr in Form eines Tannenbaums auf. Das beobachtete Gerbig vor Jahren bei einer Radlerin. „Sie war zehn Meter von einem Mauthäuschen in der Jachenau entfernt, in das der Blitz einschlug.“

Kurios mutet ein Fall an, der sich laut Gerbig Anfang der 1990er-Jahre zutrug. Ein Mann telefonierte demzufolge auf einem Bauernhof, als ein Blitz in eine Überlandleitung einschlug. Die Spannung übertrug sich auf den Hörer. „Der Mann erlitt schwere Verbrennungen am Ohr und ein Knalltrauma.“

Gewitter mit Blitz und Donner: So schützen Sie sich vor Gefahr

Wer bei Gewitter draußen ist, „der sollte nicht unter einem Baum Schutz suchen“, sagt Paul Schenk, Vorsitzender der Sektion Tölz des Alpenvereins. Denn dort ist das Risiko besonders hoch. Allen Berggehern rät Rolf Frasch von der Bergwacht Lenggries: „Das A und O ist, die Tourplanung nach dem Wetterbericht auszurichten.“ Wenn für den Nachmittag Gewitterneigung angesagt sei, sollte man so kalkulieren, dass man rechtzeitig zurück oder zumindest zur kritischen Zeit nicht auf einem Gipfel, Grat oder Klettersteig unterwegs ist. Wenn sich etwas zusammenbraut, so auch Schenk, gelte es, den Rückweg anzutreten und sich von exponierten Stellen zu entfernen.

Wer doch in ein Gewitter gerät, „der sollte metallische Gegenstände wie Stöcke oder Pickel 10 bis 15 Meter von sich fernhalten“, so der Tipp von Paul Schenk. Frasch ergänzt: „Man sollte sich in einer Mulde in Kauerstellung setzen, am besten auf einen isolierenden Gegenstand, wie einen Rucksack oder ein Seil.“ Überhänge und Grotten bieten laut Frasch keinen ausreichenden Schutz. „In eine Höhle zu kriechen, ist besser. Dort sollte man aber eine Körperlänge vom Eingang entfernt sitzen.“ Fernhalten solle man sich von Bachläufen und Moorgebieten.

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Dasselbe gelte für Eisen – seien es nun ein Gipfelkreuz oder die metallischen Komponenten eines Klettersteigs. Wer am Klettersteig von einem Gewitter überrascht wird, dem rät Frasch, den direkten Kontakt zum Drahtseil zu vermeiden, aber trotzdem mit seinem Klettersteigset an einem Ankerpunkt gesichert zu bleiben. „Sonst kann die Gefahr eines Absturzes das Risiko eines Blitzschlags übersteigen.“

Bei Gewitter draußen: Risiko nicht unterschätzen

Dass solche „sekundären“ Risiken nicht zu unterschätzen sind, zeigt ein Bergwacht-Einsatz vom Mai. Beim Abstieg vom Demeljoch suchte eine junge Frau bei einer Alm Schutz vor einem Gewitter. Ein Blitz schlug offenbar direkt in ihren Unterstand ein. Doch die dadurch verursachte Verletzung sei weniger schlimm gewesen als eine Fußverletzung, die sie sich beim überstürzten Abstieg über nasse Wiesen und Felsen zuzog, meint Sylvia Frei, Sprecherin der Lenggrieser Bergwacht.

Sicher vor dem Blitz ist man generell im Auto und im Haus. Allerdings kann der Blitz auch in Gebäude einschlagen – so wie am Sonntag in Waldram, als ein Blitz den Dachstuhl eines Reihenhauses an der Sudetenstraße in Brand setzte. So etwas komme immer wieder vor, berichtet Stefan Kießkalt, Sprecher der Kreisbrandinspektion. Von einer Häufigkeit will er jedoch nicht sprechen. Prinzipiell seien Gebäude durch ihre harte Bedachung und Ziegel- oder Betonbauweise bei Unwetter sichere Orte. Wären die Bewohner des Hauses in Waldram daheim gewesen, hätte es genug Zeit gegeben, sich in Sicherheit zu bringen.

Wer es gar nicht so weit kommen lassen will, kann an seinem Haus einen äußeren Blitzschutz installieren lassen. Der besteht aus einem Draht, der vom Dach in die Erde führt und dadurch den Blitz am Haus vorbeiführt. Für Privathäuser sind solche Blitzableiter im Gegensatz zu öffentlichen oder hohen Gebäuden nicht verpflichtend, sagt Joachim Pfeiffer vom gleichnamigen Tölzer Unternehmen für Blitzschutzanlagen. Der Experte empfiehlt sie auch nicht jedem Hausbesitzer. „Eine kaputte Anlage ist manchmal gefährlicher als keine.“ Zudem seien sie überflüssig, wenn in der Nähe eine Kirche oder ein hoher Turm stehen. Hohe Bäume in der Umgebung seien allerdings keine Garantie, dass der Blitz das Haus verschont. „Metall am Dach zieht mehr, und oft schlägt ein Blitz mehrfach ein“, sagt Pfeiffer.

Wer trotz allem über Jahre Angst vor Blitzeinschlag habe, dem biete ein äußerer Blitzschutz hundertprozentige Sicherheit. „Neulich haben wir eine Anlage eingebaut, die ein Mann seiner Frau zum Geburtstag geschenkt hat, weil sie immer eine wollte“, berichtet Pfeiffer.

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