Bürgermeisterin gelobt Besserung

Kinder trauen sich nicht über die Straße: Hier wird der Schulweg zum Spießrutenlauf

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Ein Überweg über die Rheinlandstraße muss her, findet nicht nur Günther Pöschl. Die Stadt will bis Pfingsten einen beleuchteten Zebrastreifen einrichten lassen.

Für die Sicherheit von Fußgängern im Bereich zwischen Feuerwehrhaus und Schulen in Starnberg wurde in den vergangenen Jahren viel getan – aber nicht überall. Eine Verbesserung ist in Sicht.

Starnberg – Es war der Donnerstag vor zwei Wochen, den Günther Pöschl so bald nicht vergessen wird: Als er in Starnberg auf der Rheinlandstraße unterwegs war, entdeckte er gegenüber der Feuerwehr ein Mädchen, das auf dem Gehweg stand und weinte. Als der Rentner die Erstklässlerin fragte, was los sei, antwortete sie ihm Folgendes: „Ich will nach Hause und komme nicht über die Straße, weil immer wieder ein Auto kommt“. Pöschl half der Kleinen über die Straße. Das Problem: Über die Rheinlandstraße führt kein Überweg, eher die Ausnahme an den Straßen rund um die Grund- und Mittelschule an der Ferdinand-Maria-Straße.

Denn nicht immer ist jemand da, der als spontaner Schülerlotse agieren kann. Doch täglich nutzen hunderte Kinder den Weg über die Rheinlandstraße, um zur Schule oder nach Hause zu kommen. Grundschule und Gymnasium sind direkt um die Ecke. „Die Situation in der Rheinlandstraße ist schon seit Jahren ein Ärgernis“, weiß auch Bürgermeisterin Eva John. Durch die vielen Eltern, die zu Stoßzeiten ihre Kinder mit dem Auto abholen und zusätzliche Autofahrer, die die Kreuzung am Tutzinger-Hof-Platz umgehen wollen, herrscht dort bisweilen reger Verkehr.

Die Stelle gegenüber der Feuerwehr ist außerdem für Fußgänger recht unübersichtlich: Durch Links- und Rechtsabbieger von der Ferdinand-Maria-Straße und dem Verkehr auf beiden Spuren der Rheinlandstraße, kommen gleich aus drei Richtungen Autos, auf die der Passant achten muss. Besonders die Kinder der Grundschule haben deshalb oft Schwierigkeiten, über die Straße zu kommen, beobachtet auch Pöschl regelmäßig.

Realisierung zwischen Ostern und Pfingsten

Nun will sich die Stadt um das Problem kümmern. Im Zuge der Schulwegplanung soll es noch heuer einen Zebrastreifen mit Beleuchtung an besagter Stelle geben, versichert Bürgermeisterin John. Und das schon zwischen Ostern und Pfingsten. Das stehe fest, man müsse nur noch auf wärmere Temperaturen warten, die für das Aufbringen der Markierungen nötig sind. „Die Autolobby ist groß“, sagt die Bürgermeisterin. Deswegen würde dieses Vorhaben von vielen Autofahrern kritisch gesehen werden. „Aber die Sicherheit der Kinder geht vor“, betont sie. „Dann muss halt mal ein Auto anhalten.“

Eigentlich sollte das Querungsproblem im Zusammenhang mit dem Weiterbau des Radweges vom Bahnhof Nord am Gymnasium vorbei Richtung Von-der-Tann-Straße geklärt werden. Der Bauausschuss hatte die Varianten dafür jedoch Ende vorigen Jahres auf unbestimmte Zeit vertagt.

Nicht alle Überwege im Bereich der Ferdinand-Maria-Straße finden ungeteilte Zustimmung. Der Überweg einige hundert Meter weiter, an der Himbselstraße, gilt bei Autofahrern als gefährlich, weil sie nicht um die Ecke schauen können – und erst den Überweg einsehen können, wenn sie um die Kurve sind. Diesen Punkt wollten sich Polizei und Landratsamt einmal genauer ansehen.

Von Maren Knödl

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