Verrechnungs-Spirale

Kostet ihn ein Eon-Fehler die Kreditwürdigkeit?

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Ein Haufen falscher Rechnungen: Eon-Kunde Emanuel Edinger.

München - tz-Leser Emanuel Erdinger droht wegen eines Fehlers des Stromversorgers Eon der Verlust seiner Kreditwürdigkeit. Der tz-Bürgeranwalt machte sich schlau.

Zum 15. Februar bin ich in meine erste eigene Wohnung in Zorneding eingezogen. Zeitgleich habe ich mir Eon im Internet als Stromversorger ausgewählt und eine Abschlagszahlung von 85 Euro vereinbart. Am 28. März hat Eon versucht, 5559 Euro von meinem Konto abzubuchen, ohne mir eine Rechnung zukommen zu lassen! Daraufhin habe ich mich an das Eon-Kundencenter gewandt. Dort wurde mir gesagt, dass es ein Fehler von Eon ist, der sofort behoben werde. Am 14. April hat Eon wieder 5565,22 Euro (5559 + 6,22 Euro Kosten für fehlgeschlagene Abbuchung) abgebucht! Bei einem neuerlichen Anruf wurde mir im Kundencenter zugesagt, Eon würde den Fehler beheben. Am 27. April erhielt ich dann ein Schreiben von Eon: „Mahnung mit Ankündigung der Versorgungsunterbrechung“. Ich weiß nicht mehr, was ich noch machen kann. Ich habe auch die Befürchtung, dass Eon die gescheiterten Abbuchungsversuche an die Schufa weiterleitet.

Emanuel Edinger (27), Vertriebsmitarbeiter aus Zorneding

Die Panne lag bei der Firma Eon, bekam die tz auf Nachfrage bestätigt. Eine Eon-Mitarbeiterin erklärte: „Nach Vertragsabschluss wurde der Abschlag viel zu hoch berechnet. Das lag daran, dass wir den gemeldeten Zählerstand von Herrn Edinger falsch verarbeitet haben – sechs Stellen statt fünf mit Kommastelle.“ Man bitte deshalb den Kunden um Entschuldigung. Zudem werde ihm Eon für den ganzen Ärger 20 Euro gutschreiben.

Die tz erkundigte sich bei der Verbraucherzentrale, unter welchen Voraussetzungen ein Schufa-Eintrag gemacht werden darf – und ob der tz-Leser einen solchen fürchten muss. „Nein“, konnte Tatjana Halm, die Leiterin der Rechtsberatung der Verbraucherzentrale Bayern, beruhigen. „Ein Schufa-Eintrag kann nur bei fälligen Forderungen nach der zweiten Mahnung veranlasst werden, und nur dann, wenn der Schuldner den Forderungen nicht widersprochen hat“, erklärt die Juristin. Wenn Emanual Edinger ganz sichergehen will, kann er bei der Schufa eine Eigenauskunft beantragen – einmal im Jahr ist diese kostenlos.

Das Risiko, dass er allerdings bei seiner Bank wegen der Rücklastschriften schlechter eingestuft wird, trage der tz-Leser dennoch – dies könne bei zum Beispiel dann nachteilig sein, wenn er später mal einen Kredit beantragt. Die tz fragte also bei Eon nach. „Wir werden Herrn Edinger eine schriftliche Entschuldigung schicken, zudem eine Bestätigung, dass die Abbuchungsversuche von seinem Konto unser Fehler waren“, versprach eine Mitarbeiterin der Eon-Pressestelle. „Sollte es dennoch so sein, dass die Rücklastschriften zu seinem Nachteil ausgelegt werden, dann kann Herr Edinger unser Schreiben vorlegen und im Zweifelsfall könnte er sich an den Ombudsmann beziehungsweise den Sparkassenverband wenden“, riet die Eon-Mitarbeiterin.

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