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Braucht es die Gemeinde Brunnthal?

Das Ortsende von Brunnthal? Die Kommune taucht im Zukunftsplan des Freistaats nicht auf.

Brunnthal - Schlucken die Großen den Kleinen? In Brunnthal sorgen sich die Politiker, dass die Gemeinde in 20 Jahren von der Landkarte verschwunden ist. Ist da etwas dran?

Beim Studium der Pläne war nicht nur Rathaus-Geschäftsleiter Siegfried Hofmann „zwischen den Zeilen durchaus alarmiert“. Auch mancher Gemeinderat sorgt sich offenbar um Brunnthals Eigenständigkeit. „Die Gemeinde sollte sich Gedanken machen, wohin die Reise in der Zukunft geht und möglichst eine eigene Planung entwickeln“, lautete der Tenor im Kommunalplenum.

Die Sorge scheint berechtigt: Während Höhenkirchen oder Sauerlach im Zukunftsplan des Freistaates aufscheinen, fehlt Brunnthal. „Die Gemeinde muss jetzt auf einen Schlag tätig werden“, erklärte Geschäftsleiter Hofmann dem Münchner Merkur. In der Kommune sehen die Verantwortlichen zeitliche Brisanz des Sprengkraft-Themas. Mehrheitlich waren sich die Gemeinderäte einig, „dass wir ein Konzept brauchen“. CSU-Fraktionssprecher Thomas Mayer fand deutliche Worte: „Wir müssen gegensteuern, sonst verschwindet Brunnthal binnen der nächsten 15 bis 20 Jahre von der Landkarte.“

Doch wie soll die Gemeinde eine solche Entwicklung verhindern? Tatsächlich wissen die Brunnthaler um die eigenen strategischen Nachteile. Insbesondere die schlechte Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr ist seit Jahren ein Thema. „Sauerlach oder Höhenkirchen sind durch die S-Bahn-Anbindung entscheidend gewachsen“, ist man sich im kleinen Brunnthal bewusst.

An dieser Stellschraube zu drehen, wird nicht leicht. „Zumal der Freistaat künftig von einem Bevölkerungsschwund auf dem flachen Land ausgeht“, erläuterte Hofmann. Bevölkerungszuwächse seien nur in den Ballungszentren zu erwarten. Kleine Kommunen könnten da allzu leicht den „Zentren“ angegliedert werden.

„Wir müssen die Bürger frühzeitig mit ins Boot holen und dürfen bei einem eigenen Konzept nicht über deren Köpfe agieren“, waren sich Anouschka Andres (SPD) und Christine Schulz (CSU) über Fraktionsgrenzen hinweg einig. „Das Prognosepapier kann nicht positiv stimmen, aber wir dürfen auch nicht in Panik verfallen und versuchen, mit Gewalt zu wachsen“, argumentierte Sylvester Schuster von der UBW. „Wenn wir gesund wirtschaften, klein, kompakt und gesund bleiben, dann gibt es auch keine Eingemeindung“, sprach sich Siegfried Hauser (PWB) Mut zu. „Klein und kompakt bleiben reicht auf Dauer nicht“, meinte Verwaltungsfachmann Hofmann.

Matthias Mayer (UBW) und sein christsozialer Namensvetter Mayer appellierten an ihre Ratskollegen: „wir müssen uns ernste Gedanken machen und überlegen, wie die Zukunft aussehen soll.“ Solide Planung scheint gefragt, will man die Ortstafeln von Brunnthal erhalten. Erster Schritt: Die Räte schlossen sich einstimmig der Kritik an, die schon der Gemeindetag am Zukunftsplan geübt hatte. (hh)

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