Hat ein Olchinger (21) heimlich gefilmt?

Versteckte Kamera auf dem stillen Örtchen

Olching - Auf der Toilette möchte niemand gerne beobachtet werden. Ein Olchinger soll dieses Gebot der Höflichkeit missachtet haben - behaupten drei junge Frauen.

Das Trio war häufig zu Besuch bei dem Olchinger. Dabei habe sie der 21-Jährige auf dem stillen Örtchen gefilmt. Die Kamera sei in einem Wecker versteckt gewesen. Erfahren haben wollen die Frauen von den Fotos von einem Freund. „Ich habe euch nackt gesehen“, habe der gesagt und die Geschichte von der versteckten Kamera im WC zum Besten gegeben. Diese Aussagen der Mädchen und Kinderpornos brachten den 21-Jährigen auf die Anklagebank des Brucker Amtsgerichtes. Verletzung des persönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen ist der juristische Fachbegriff für die heimlichen Fotos.

Der Olchinger beteuerte im Prozess aber, dass die Anschuldigung falsch sei. „Ich hätte solche Aufnahmen niemals gemacht.“ Die Mädchen hätten ihm die Fotos unterschieben wollen. Sie seien früher bei ihm ein und aus gegangen, hätten jederzeit seinen Computer nutzen und die Fotos dort speichern können. Die Story mit der Toiletten-Kamera hätten die Mädels aufgebracht, als seine Freundschaft mit ihnen in die Brüche gegangen war.

Und die Kinderpornos? Im Gegensatz zu den Nacktfotos vom stillen Örtchen hatten Polizisten diese Bilder bei einer Hausdurchsuchung tatsächlich entdeckt. Auch von den Aufnahmen will der 21-Jährige nichts gewusst haben. Er habe nur eine Erklärung für ihre Existenz auf seinem Computer. Er habe sich eine Festplatte vom Wertstoffhof geholt. Von der müsse er die Pornos wohl zusammen mit anderen Dateien aus Versehen überspielt haben.

Wer log hier und wer sagte die Wahrheit? Die Mädchen wollten nicht damit herausrücken, welcher Freund ihnen von den Nacktfotos erzählt habe. So hatten sie keinen Zeugen für ihre Version der Geschichte.

Auch ein Gutachten ließ Fragen offen. Der Sachverständige bestätigte zwar, dass die Speicherkarte, auf der die angeblich heimlich gemachten Aufnahmen zu sehen waren, schon einmal in einem Handy benutzt worden war. Ein Handy, das einmal einem der jungen Mädchen gehört habe. Ob die Karte auch in den Wecker des 21-Jährigen passt, wusste er aber nicht.

Um das zu klären, wäre ein weiteres Gutachten notwendig gewesen. Das hätte 4000 Euro gekostet. Die Staatsanwältin wollte daraufhin das Verfahren gegen eine Geldbuße von 500 Euro einstellen. Der Verteidiger zierte sich zunächst. Nachdem er aber mit Jugendrichterin und Staatsanwältin die Aufnahmen von der Speicherkarte angeschaut hatte, stimmte er doch zu. Darauf war nämlich auch zu sehen, wie ein Mann in Boxershorts zur Kamera geht und sie ausschaltet.

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Meistgelesen

Tödlicher Unfall in Gröbenzell: S-Bahn erfasst Puchheimer
Tödlicher Unfall in Gröbenzell: S-Bahn erfasst Puchheimer
Alkohol-Orgien, Raser, Vandalen - Freisinger berichten von Katastrophen-Viertel
Alkohol-Orgien, Raser, Vandalen - Freisinger berichten von Katastrophen-Viertel
Schüler und Rentner (92) krachen mit den Rädern zusammen - Krankenhaus
Schüler und Rentner (92) krachen mit den Rädern zusammen - Krankenhaus
Polizei durchsucht Wohnung von Radldieb und macht gefährliche Entdeckung
Polizei durchsucht Wohnung von Radldieb und macht gefährliche Entdeckung

Kommentare