Schwere Unfälle: Ist Zeitumstellung Grund dafür?

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Nach einem Unfall in Abersdorf (Gemeinde Steinhöring) ist am Mittwochmorgen gegen 7 Uhr ein Auto in Gruppe von Schulkindern geschleudert. Dabei wurden der Fahrer und ein zehnjähriger Bub schwer verletzt.

Landkreis - Das hätte noch schlimmer ausgehen können: Bei Abersdorf (Steinhöring) ist ein Auto in eine Schülergruppe geschleudert. Seit dem Wochenende häufen sich die schweren Unfälle. Ist die Zeitumstellung ein Grund dafür?

Eine jetzt veröffentlichte Studie des Automobilclubs ACE spricht für diese These. Demnach sind deutschlandweit in den vergangenen fünf Jahren die Zahl der Verkehrsunfälle, bei denen Menschen ums Leben kamen oder verletzt wurden, jeweils im ersten Monat nach der Zeitumstellung angestiegen. Am Tag nach der Zeitumstellung passierten erfahrungsgemäß acht Prozent mehr Verkehrsunfälle als sonst. Die Veränderung hin zu wärmeren Temperaturen koste den menschlichen Organismus Kraft, so der ACE. Erweiterte Blutgefäße und ein fallender Blutdruck führten zu Schwindelgefühl, verlangsamten Reaktionen und Unachtsamkeit. Am Mittwoch gab es den vierten schweren Unfall seit dem Wochenende im Landkreis. Gegen 7 Uhr war in Abersdorf (Gemeinde Steinhöring) ein 18-Jähriger mit seinem BMW auf der Dorfstraße unterwegs. An einer Kreuzung übersah der Steinhöringer den Opel eines 19-Jährigen aus Frauenneuharting. Es kam zum Zusammenstoß.

Durch den Aufprall überschlug sich der Pkw des 19-Jährigen und schleuderte auf dem Dach in Richtung einer Gruppe Schüler, die am Straßenrand auf dem Weg zur Bushaltestelle war. Die Schüler konnten ausweichen – bis auf einen Zehnjährigen, der noch von dem Pkw erfasst wurde.

Auto schleudert in Gruppe wartender Schulkinder

Auto schleudert in Gruppe wartender Schulkinder

Der Frauenneuhartinger und der Realschüler wurden durch den Unfall mittelschwer verletzt. Sie kamen in die Kreisklinik Ebersberg. Da zunächst von einem schwereren Folgen ausgegangen worden war, waren neben den Feuerwehren Steinhöring, Ebersberg und Hohenlinden auch mehrere Notärzte, Rettungswagen und zwei Rettungshubschrauber im Einsatz.

Begonnen hatte die unheimliche Unfallserie in der Nacht zum Sonntag mit einem Zusammenstoß auf der Ebersberger Südumfahrung mit mehreren Verletzten. Am Sonntagnachmittag dann ein Unfall am Spannleitenberg bei Kirchseeon, und am Dienstag starb ein Mann auf der B 12, als er mit seinem Nissan an der östlichen Landkreisgrenze mit einem Lkw zusammenstieß. Dirk Anders, Verkehrssachbearbeiter bei der Polizei in Ebersberg, will Frühjahrsmüdigkeit und Zeitumstellung aber nicht als Grund für die jüngsten Unfälle gelten lassen. Bei einem der Fälle seien abgefahrene Reifen mit ein Grund gewesen, bei einem anderen habe ein Autofahrer trotz Überholverbot und durchgezogener Mittellinie überholt.

Die Häufung von Unfällen im Frühling könnte laut Anders aber auch daran liegen, dass Autofahrer bei schönerem Wetter nach dem Winter wieder mehr Gas geben würden. Nicht von der Hand weisen will die These des Automobilclubs jedoch Kreisbrandrat Gerhard Bullinger. „Für mich ist das schon ein Grund, mit dem man die Unfall-Häufung erklären kann.“

Robert Langer

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