Bewährungsstrafe und Geldstrafe für Vierkirchner

Ehepaar wegen Facebook-Hetze gegen Flüchtlinge verurteilt

Vierkirchen - Ein Vierkirchener Ehepaar musste sich wegen Volksverhetzung vor dem Amtsgericht Dachau verantworten. Denn der Mann hatte eine flüchtlingsfeindliche Facebook-Gruppe gegründet.

Durch die vermeintlich schützende Anonymität steigen die Zahlen der rechtsradikalen Äußerungen im Netz. Dass man aber durchaus nicht anonym ist, musste ein Ehepaar aus Vierkirchen erfahren. Peter M. (27) hatte vor etwa einem Jahr inm sozialen Netzwerk Facebook die Gruppe AFB (Anti Flüchtlings Bewegung) gegründet. Da er und seine Frau Melanie M. (26) die Administratoren der Gruppe waren, mussten sie sich nun vor dem Amtsgericht wegen Volksverhetzung verantworten.

„Die Kriegs- und Wirtschaftsflüchtlinge überschwemmen unser Land. Sie bringen Terror, Angst, Leid. Sie vergewaltigen unsere Frauen und bringen unsere Kinder in Gefahr. Setzt dem ein Ende!“, schrieb M. bei der Gründung der Gruppe. Dazu ein Bild der Deutschland- Flagge – fertig ist eine rechtsradikale Gruppierung, so Richter Lukas Neubeck.

M. wurde zu neun Monaten Freiheitsentzug auf Bewährung, seine Frau zu einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen à 10 Euro verurteilt. Richter Neubeck: „Ich hoffe, dass Ihnen der Ernst der Lage klar ist. Wenn Sie noch einmal hier vor mir auf der Anklagebank sitzen, dann landen Sie im Gefängnis.“

Wie sich die Facebook-Seite entwickelt hatte und wie der Prozess verlief, lesen Sie hier auf Merkur.de.

Stefanie Ritter

Rubriklistenbild: © dpa

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