Kempfenhausen

Schaden an Denkmal-Villa geht in die Millionen

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Ruine: Der Dachstuhl der bislang denkmalgeschützten Villa ist völlig ausgebrannt. Teile des Gebäudes sind einsturzgefährdet.

Kempfenhausen - Erst tief in der Nacht, mehr als 12 Stunden nach Ausbruch des Feuers in der Villa Lüderitz in Kempfenhausen, waren die letzten Glutnester gelöscht. Der Sachschaden beträgt mindestens zwei Millionen Euro.

Dachziegel blitzen zwischen verkohlten Balken hervor, ein Feuerwehrauto blockiert die Straße, ein paar Feuerwehrmänner sammeln die letzten Helme, Schläuche und Kanister ein. Auf dem denkmalgeschützten Anwesen am Sonnleitenweg in Kempfenhausen geben sich mittlerweile Vertreter von Versicherungen und Fachfirmen für Brand- und Wasserschäden die Klinke in die Hand und beraten mit dem Eigentümer das weitere Vorgehen.

Kempfenhausen: Villa in Flammen

Wie berichtet, hatte der Dachstuhl des Gebäudes Feuer gefangen, als ein Handwerker versuchte, Efeureste von der Hauswand mit einem Bunsenbrenner zu entfernen. Zum Teil mehr als zwölf Stunden waren über 100 Feuerwehrmänner, andere Rettungskräfte und Polizeibeamte im Einsatz. Rührende Geste am Rande: Die Löschtrupps wurden von einer Nachbarin versorgt - mit selbstgebackenem Kuchen.

Bis halb vier Uhr morgens war die Feuerwehr vor Ort. „Um 22.30 Uhr war das Feuer aus“, sagte der Einsatzleiter und Kommandant der Kempfenhauser Wehr, Florian Käsbauer, sichtlich gezeichnet von den Strapazen der Nacht. „Um 1 Uhr haben wir die letzten Glutnester gelöscht.“

Die Schäden sind immens. Die Kriminalpolizei Fürstenfeldbruck, die die Ermittlungen übernommen hat, spricht inzwischen von einem Sachschaden von mindestens zwei Millionen Euro - entstanden am Dachstuhl durch das Feuer, aber auch durch das Wasser, das durch die Fehlböden bis in den Keller gelaufen ist.

Teile des denkmalgeschützten Gebäudes seien einsturzgefährdet, teil Polizeisprecher Ulrich Pöpsel mit. „Das Technische Hilfswerk hat vorsorglich einige Decken abgestützt“, sagt Feuerwehrkommandant Käsmüller. „Der seeseitige Gebäudeteil ist ganz abgesperrt, dort könnte noch etwas von der Decke fallen.“

Die Brandursache ist laut Polizei so gut wie klar. „Der Handwerker hat zugegeben, dass das Feuer durch die Abbrennarbeiten ausgebrochen ist“, sagt Polizeisprecher Pöpsel. „Deshalb wird es nur ein Gutachten geben, falls Unklarheiten auftauchen.“

Ob die Villa weiterhin unter Denkmalschutz steht, wird bei einem gemeinsamen Termin von Kreisbauamt und Landesamt für Denkmalpflege geklärt. „Daraus leiten sich weitere Maßnahmen ab“, sagt Landratsamtssprecher Stefan Diebl. „Nach dem ersten Eindruck gehen wir davon aus, dass von der schützenswerten Substanz noch einiges da ist.“

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