Vor Gericht 

Blutige Attacke im Asylheim

Faustschläge gegen den Kopf und zerbrochene Teller als Waffe – wegen gefährlicher Körperverletzung hat das Amtsgericht Erding gestern einen 22 Jahre alten Flüchtling aus Afghanistan zu einer achtmonatigen Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. Der junge Mann wurde von der Polizei vorgeführt, nachdem er zum ersten Verhandlungstermin im Oktober unentschuldigt nicht erschienen war. Bereits um 6 Uhr früh war er aus seiner Asylunterkunft in Taufkirchen abgeholt worden.

Erding/Dorfen – Faustschläge gegen den Kopf und zerbrochene Teller als Waffe – wegen gefährlicher Körperverletzung hat das Amtsgericht Erding gestern einen 22 Jahre alten Flüchtling aus Afghanistan zu einer achtmonatigen Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. Der junge Mann wurde von der Polizei vorgeführt, nachdem er zum ersten Verhandlungstermin im Oktober unentschuldigt nicht erschienen war. Bereits um 6 Uhr früh war er aus seiner Asylunterkunft in Taufkirchen abgeholt worden.

Eskaliert war die Gewalt am 20. November vergangenen Jahres. Der Afghane war gegen 0.45 Uhr in seine damalige Flüchtlingsunterkunft an der Erdinger Straße in Dorfen zurückgekehrt – mit 1,2 Promille Alkohol im Blut stark betrunken.

Mit seinem Zimmergenossen, dem späteren Opfer, wollte er noch ein Gespräch führen. Als der heute 20-Jährige, ebenfalls Afghane, das ablehnte und seine Ruhe haben wollte, tickte der 22-Jährige aus. Staatsanwältin Jacqueline Wallinger berichtete, dass er seinem Nachbarn an den Haaren riss, mit Faust und flacher Hand gegen den Schädel schlug sowie mehrere Teller nach ihm warf. Der Jüngere trug eine Verletzung an der Hand davon. Wochenlang plagten ihn Schmerzen.

Die Version des Opfers wurde von einem weiteren Zeugen, ebenfalls afghanischer Flüchtling in Dorfen, gestützt. Auch die Aussagen zweier Polizeibeamter, die in der Tatnacht in der Unterkunft waren, ließen keinerlei Zweifel am Hergang. Der Angeklagte, der ohne Anwalt erschienen war, machte über seinen Dolmetscher so gut wie keine Angaben.

Die Anklagevertreterin plädierte auf acht Monate Haft auf Bewährung sowie 40 Sozialstunden. Dem schloss sich Richter Andreas Wassermann an. Dabei berücksichtigte er auch eine Vorstrafe. Voriges Jahr war der Afghane wegen eines auf den rechten Handrücken tätowierten Hakenkreuzes verurteilt worden. Das verfassungsfeindliche Symbol ist inzwischen verschwunden. Der 22-Jährige, der weder einen Job hat, noch zur Schule geht, wird bis 2019 einem Bewährungshelfer unterstellt. 

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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