Nachbar hat Schuss gehört

Kater Maxl stirbt qualvoll nach Todesschuss: Jetzt gibt es einen Verdächtigen

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Kater Maxl wurde im Sommer von einem Unbekannten angeschossen.

Ein Unbekannter hatte in Wackersberg den Kater „Maxl“ angeschossen. Er starb unter großen Schmerzen an den Folgen. Jetzt steht ein 84-Jähriger unter Verdacht.

Wackersberg/WolfratshausenSein Schicksal erhitzte im vergangenen Sommer die Gemüter in Wackersberg: Kater „Maxl“ war von einem unbekannten Täter angeschossen worden. In seinem linken Hinterlauf steckte ein Projektil, das vermutlich aus einem Luftgewehr stammte. 

Wegen des Vorfalls muss sich derzeit ein Pensionist (84) vor dem Wolfratshauser Amtsgericht verantworten. Er soll am 4. Juni 2018 in der Zeit zwischen 19 und 19.30 Uhr auf den 20 Jahre alten Kater geschossen haben.

Der Angeklagte machte zu dem Vorwurf bislang keine Angaben. Auf die Anklagebank gebracht hatte ihn die Aussage eines Nachbarn. Dieser hatte im Sommer wegen einer beruflichen Schulung und der damit verbundenen Abwesenheit erst ein paar Tage später von dem Geschehen erfahren. „Ich habe den Kater auf dem Bild in der Zeitung sofort wiedererkannt“, sagte der Mann (58). Dann habe er sich erinnert, dass er an jenem Abend „einen Schuss wie von einem Luftgewehr“ gehört hatte und dies der Besitzerin mitgeteilt.

Schuss auf Kater Maxl: Nachbar belastet Angeklagten schwer

Maxl sei oft zu seiner Frau und ihm auf die Terrasse gekommen, erzählte der Zeuge. „Er wusste genau, wann wir daheim waren. Er bekam Milch, manchmal ein Stück Wurst.“ Auch an besagtem Dienstagabend holte er sich seine Wurst und Streicheleinheiten ab. Dann sei er durch den Zaun zum Nachbarn geschlüpft. Kurz darauf, während seine Frau das Geschirr ins Haus trug, habe er den Schuss gehört. „Ich bin sicher, dass er geschossen hat“, bekräftigte der Zeuge seine Vermutung. „Gesehen habe ich es nicht.“

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Tödlicher Schuss auf Kater Maxl in Wackersberg: Jetzt gibt es einen Verdächtigen

Zwar sei bekannt gewesen, dass der Angeklagte früher über verschiedene Waffen verfügte, die Besitzerlaubnis dafür sei jedoch schon vor Jahren eingezogen worden – und die Waffen gleich mit, teile ein Polizist dem Gericht mit. Auch ein Luftgewehr habe man beim Beschuldigten nicht gefunden. Der Senior habe zwar eines besessen, dies sei aber wenige Tage vor der Durchsuchung von der Tochter abgeholt worden.

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Der Besitzerin (48) des Katers, der Anfang Dezember an Entkräftung und den Folgen der Tat gestorben ist, war seinerzeit erst einen Tag später aufgefallen, dass mit dem Tier etwas nicht stimmte. „Er lag hinter einem Buchsbaum und stand nicht auf, als ich den Tisch deckte. Das war ungewöhnlich“, sagte die Zeugin.

Kater Maxl stirbt qualvoll nach Schuss

Als sie ihn vom Boden hochnehmen wollte, habe der Kater gefaucht und gekratzt. Ein Hinterbein habe kraftlos herabgehangen, er sei entkräftet und ausgetrocknet gewesen, habe sich nicht selbst aufrichten können, so die Frau weiter. Äußerlich sei keine Verletzung erkennbar gewesen. Erst beim Röntgen in der Tierklinik sei das Geschoss im Bein sichtbar geworden.

In ihrer Anzeige hatte die Frau angegeben, der Kater sei noch am Morgen, nachdem er angeschossen worden sein soll, auf die Terrasse hinausgelaufen. Wenn dem so war, sei es vollkommen unvorstellbar, dass der Vorfall sich wie angeklagt ereignet habe, erklärte Verteidiger Jost Hartmann-Hilter. 

Der Kater sei dann wohl nicht durch einen von seinem Mandanten abgegebenen Schuss verletzt worden. Er beantragte aus diesem Grund, weitere Zeugen zu hören. Der Prozess wird fortgesetzt.

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