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Walchensee rüstet sich für Ausflügler-Ansturm: Bei zu vielen Autos fällt die Schranke

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Von: Andreas Steppan

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An den Zufahrten zur Süduferstraße am Walchensee sollen ab einer bestimmten Fahrzeuganzahl die Schranken geschlossen werden.
An den Zufahrten zur Süduferstraße am Walchensee sollen ab einer bestimmten Fahrzeuganzahl die Schranken geschlossen werden. © Arndt Pröhl

Der Verkehr am Walchensee-Südufer wird beschränkt: Sobald dort 1000 Fahrzeuge erfasst sind, wird die Mautstraße gesperrt. Wird sich das System in der Praxis bewähren?

Jachenau – Wird es ein Sommer mit vielen Traum-Badetagen? Das lässt sich noch nicht abschätzen. Am Walchensee aber rüstet man sich schon einmal. In dieser Saison geht an der Mautstraße am Südufer erstmals die automatische Fahrzeugzählung in Betrieb. Ist eine Höchstzahl an Autos erreicht, senken sich an den Mautstationen die Schranken, und keiner darf mehr einfahren.

Mautstationen Walchensee: Schranke schließt nach 1000 Fahrzeugen

Die baulichen Voraussetzungen sind seit dem vergangenen Jahr geschaffen, wie Rudolf Plochmann, Leiter des Tölzer Forstbetriebs, erklärt. Es gibt Induktionsschleifen im Asphalt und vor den Mautstationen bei Einsiedl und Niedernach Ausweichparkplätze und Platz zum Wenden. Dieser Tage würden noch die Mautposten in der Handhabung der Zählanlage geschult.

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Tritt der Fall ein, dass das Südufer vollgeparkt ist, dann ist die Gemeinde gefragt: Denn nur sie kann die verkehrsrechtliche Anordnung treffen, eine Straße zu sperren. Hier, so erklärt der Jachenauer Bürgermeister Klaus Rauchenberger, solle es einen „kurzen Dienstweg“ zwischen Gemeinde, Landratsamt und Polizei geben, um eine Sperrung kurzfristig in die Wege zu leiten.

Angepeilt sei dafür ein Schwellenwert von 1000 Fahrzeugen. Je nachdem, wie die Autos parken und vor allem wie viele Wohnmobile darunter sind, könne es sein, dass die Stellplätze auch mit 900 oder 1100 Fahrzeugen voll belegt sind. „Das werden wir beobachten müssen“, sagt Rauchenberger.

Walchensee: Verkehr wird beschränkt - Schild soll auf Sperrung hinweisen

Der nächste Knackpunkt: Die Autofahrer sollten frühzeitig informiert sein. „Es funktioniert nur mit einem Wechselschild in Wegscheid“, betont Rauchenberger. Plochmann erklärt, der Forstbetrieb habe dem Staatlichen Bauamt angeboten, sich finanziell an einem Schild mit elektronischer Durchlaufschrift zu beteiligen.

Es seien sogar zwei Standorte für solche Schilder in der Diskussion, bestätigt Martin Herda vom Staatlichen Bauamt. Angedacht seien aber nur Hinweise auf der Zufahrtsstrecke über die Jachenau. „Auf dieser Seite würden die Autofahrer ja von Wegscheid aus umsonst 15 bis 20 Kilometer in eine Sackgasse fahren“, sagt Herda.

Wer in Einsiedl feststelle, dass das Südufer gesperrt ist, könne von dort immer noch eine andere Seite des Walchensees ansteuern. Vorhanden sind auf der Strecke aktuell nur Tafeln mit roten und grünen Punkten, die anzeigen, falls die Mautstraße wegen Lawinengefahr gesperrt ist. Die aber sind händisch zu bedienen – im Fall einer kurzfristigen Überfüllung des Südufers „nicht realistisch“, so Plochmann. Rauchenberger fände es unterdessen sogar am besten, wenn die Anzeigetafeln schon informieren, wenn die Parkplätze am Südufer zu 80 oder 90 Prozent ausgelastet sind.

Verkehrssperre am Walchensee: Für Rettungsdienst und Anlieger öffnet sich die Schranke

Gewährleistet müsse außerdem sein, dass die Mautposten auch bei geschlossener Schranke noch vor Ort sind, um Anlieger oder Rettungsfahrzeuge durchzulassen. „Die Mautstraße ist unsere Hauptverbindung zur Entbindungsstation in Garmisch“, gibt er zu bedenken. Und Kunden, die zu Betrieben nach Wallgau oder Krün wollen, den Weg abzuschneiden, „wäre geschäftsschädigend“, mahnt er.

Er ist gespannt, wie sich das System, in der Praxis bewährt. Im vergangenen Sommer hätte es keinen Tag gegeben, an dem so eine Beschränkung notwendig gewesen wäre, räumt Rauchenberger ein. „Aber das heißt ja nicht, dass wir solche chaotischen Tage nicht wieder bekommen.“ In diesem Fall, so ist Plochmann überzeugt, werden die Schranken „einen großen Fortschritt bringen“. Am Anfang werde man freilich erst Erfahrungen sammeln müssen.

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