In Waldkindergarten: Bub findet Würgeschlange

Haar - Kurioser Fund im Waldkindergarten Haar: Ein kleiner Bub hat dort beim Stöbern im Unterholz eine zwei Meter lange Würgeschlange entdeckt. Ob das Tier noch lebte:

Einen exotischen Fund hat der kleine Markus im Waldkindergarten Haar gemacht: Im Unterholz stöberte er einen Plastikbehälter auf, in dem eine zwei Meter lange Würgeschlange lag. Experten sind sich noch uneins, wie das gefundene Tier heißt: Die Feuerwehr hat recherchiert und meint, es handelt sich um eine Boa Constrictor. Die Polizei hingegen bleibt bei ihrer ersten Aussage, dass es sich um eine Königspython handelt.  

Als der fünfjährige Markus am Donnerstag seiner Betreuerin von seiner Entdeckung erzählte, glaubte diese zunächst, das Tier existiere nur in seiner Fantasie. Weil der Bub aber nicht locker ließ, begleitete sein Vater die Kindergartengruppe am Freitagmorgen in das Waldstück hinter dem Haarer Feuerwehrhaus und staunte: Einige Zweige waren achtlos auf die Plastikwanne geworfen, in der die Würgeschlange zusammengerollt lag.

In Waldkindergarten: Bub findet Würgeschlange

In Waldkindergarten: Bub findet Würgeschlange

Markus Vater alarmierte die Feuerwehr. „Zunächst wussten wir nicht, ob das Tier tot ist oder sich nur in Kältestarre befindet“, berichtet Kommandant Johann Linsmaier und alarmierte die Polizei, die fachmännisch weiterhelfen konnte. Polizeihauptmeister Denis Babe besitzt selbst drei Schlangen und wagte es, das Tier anzufassen. Bei näherer Begutachtung stellte er fest, dass die Schlange nicht mehr lebte.

Gemeinsam mit der Feuerwehr hob er die gut sechs Kilo schwere Boa Constrictor - oder Königspython - aus der Plastikwanne und breitete sie vor den staunenden Kindern aus. So etwas hatte dann doch noch niemand gesehen. Unklar ist, ob das Tier lebendig ausgesetzt oder nur tot entsorgt worden ist. „Falls die Schlange lebend ausgesetzt wurde, hätte sie leicht aus dem Behälter entkommen können“, stellt Polizist Denis Babe fest, „die Kraft dazu hätte sie leicht gehabt“.

Eine Obduktion im pathologischen Institut der Uniklinik soll nun klären, ob die Polizei ermitteln muss.

icb

Bei Geschichten wie der von der toten Würgeschlange aus Haar, gerät Dr. Evelyne Menges in Rage. Die Vize-Präsidentin der Tierrettung München: „Die exotischen Tiere haben bei uns einfach nichts verloren!“ Dabei macht es für Menges keinen großen Unterschied, ob es sich dabei um bedrohte Arten handelt oder nicht. „Diese Tiere fühlen sich bei uns einfach nicht wohl. Oft werden die Terrarien schnell zu klein und dann setzen die Leute sie einfach aus“, weiß die engagierte Tierschützerin.

Sie fordert deshalb scharfe Kontrollen von der Stadt München. „Wir brauchen strengere Regeln, vor allem bei der Haltung von gefährlichen Exoten“, sagt sie und hat schon 2008 einen entsprechenden Antrag bei OB Christian Ude eingereicht. „Diese Tiere werden oft per Post nach Deutschland geschickt“, weiß Menges. „Es gibt eine sehr hohe Dunkelziffer!“

Allein in Deutschland wird die Zahl der Riesen- und Giftschlangen auf 350 000 geschätzt. Eine illegale Einfuhr ist aus zweierlei Gründen verboten: Es handelt sich um ein Zollvergehen und einen Verstoß gegen den Artenschutz. Wenn ein Besitzer wie der von der Haarer Würgeschlange erwischt wird, muss er sich wegen eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz verantworten.

Rubriklistenbild: © gaulke

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