Eine unglaubliche Geschichte

Warum der Name „Wagner“ einem Germeringer das Leben rettete

Eine schier unfassbare Geschichte hat sich am Mittwoch in Germering zugetragen. Ein Rentner (87) stürzte in seinem Haus und lag hilflos auf dem Boden. Bis eine völlig Fremde seine Nummer wählte.

Manche Geschichten lesen sich wie ein Drehbuch. Und eine solche liefert die Polizei in ihrem aktuellen Pressebericht. Sie spielt am vergangenen Mittwoch in Germering - und zeitgleich im über 600 Kilometer entfernten Bochum. Eine Geschichte mit fantastischem Ausgang - so viel sei schon einmal verraten.

Eine Bochumer Rentnerin beschloss am Abend, einen ehemaligen Klassenkameraden in Germering anzurufen. Die Nummer hatte sie nicht und ihr Schulspezl hat unglücklicherweise auch noch den sehr geläufigen Namen „Wagner“. Die Frau ließ sich davon aber nicht abschrecken, sondern telefonierte alle entsprechenden Einträge im Telefonbuch durch. 

Gegen 19.30 Uhr klingelte so das Telefon bei dem 87-jährigen Rentner, der nach einem Sturz hilflos am Boden lag. Er hatte noch Zeit, ihr von seiner Notlage zu berichten, dann riss die Verbindung abrupt ab. Wie sich später herausstellte, war der Akku des schnurlosen Telefons leer.

Der Mann konnte kaum mehr sprechen, so ausgetrocknet war sein Mund

Die Bochumerin versuchte es immer und immer wieder - nichts. Dann machte sie sich große Sorgen und rief die Germeringer Polizei an. Die Beamten konnten umgehend feststellen, wer hinter der Telefonnummer steckt und schickten eine Streife los.

Vor Ort entdeckten die Polizisten den hilflosen Mann und sprachen mit ihm durch die Terrassentür. Das Reden fiel ihm bereits schwer, weil der Mund ganz trocken war. Zwei Stunden sei er am Boden gelegen, wird er später erzählen. 

Er teilte den Beamten mit, dass der Ersatzschlüssel zu seiner mehrfach gesicherten Haustüre sich gut versteckt in seiner nahegelegenen Garage befindet. 

Nach intensiver Suche entdeckten die Polizisten den Schlüssel und konnten im Anschluss dem gestürzten Mann zu Hilfe kommen. Der Rentner hatte sich an der Schulter verletzt und wurde daher mit dem Rettungsdienst in ein Münchner Krankenhaus eingeliefert. 

Für die Polizei steht fest: Der Mann hatte Riesenglück, dass er diesen Anruf aus Bochum erhalten hatte, sonst wäre er vermutlich in eine sehr bedrohliche Situation geraten.

kg

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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